Das Dach der Tour

Unsere letzte Etappe steht an. Durch sehr niedrige vorhergesagte Temperaturen gibt es viele Fragen im Vorfeld, doch Wetterfrosch ist keiner von uns. Da muss jeder individuell entscheiden was anziehen bzw. mitnehmen möchte. 

So ist beim Treffpunkt von Lang-lang bis kurz-kurz alles vertreten. Das eine bedeutet, dass Arme und Beine bedeckt sind und kurz-kurz, dass beides frei ist. 

Die Temperatur ist frisch, aber durch die Sonne gut auszuhalten. Vom Hotel aus haben wir gerade mal 300 Meter um die Muskulatur an die Bewegung zu gewöhnen und schon sind wir im letzten langen Anstieg der Reise. 

Die Großglockner Hochalpenstraße. 

Warm fahren bei 10% hat man auch nicht alle Tage. Spätestens ab hier sollte jedem bald warm sein. 

Eine Gruppe mit alten Mofas und einem Oldtimer Traktor bescheren uns ein ungewolltes Kohlenmonoxid Training direkt zu Beginn der Steigung. Zum Glück können sie sich absetzen und nehmen die Rußwolke mit. 

Nachdem der Guide von Gruppe 1 mal wieder länger braucht, startet Gruppe 2 als erstes, was sie in den Genuss eines Fotoshootings bringt. Die Stimmung in der Gruppe ist top, trotz des Anstiegs. 

Wenig später kommt die Mautstelle. Für Radfahrer gibt es eine extra Schranke mit Knopf zum drücken. Vermutlich dient diese zur Zählung, weil bezahlen mussten nicht. 

Direkt hinter der Schranke wartet schon die Gruppe mit den stinkenden Kraftfahrzeugen. So ziemlich jeder unserer Gruppe hofft, dass sie noch länger stehen. Ein Teil fährt schon wieder an uns vorbei und auch das Geknatter des Traktors. Zum Glück kommt es doch nicht näher. Am Abzweig zur Franz-Josefs-Höhe trennen sich unsere Wege und wir sehen diese Gruppe nicht mehr. 

Je höher wir steigen umso kühler wird es, trotz Sonne. Auf den letzten 200 Höhenmetern kommt auch noch Wind dazu, welcher es noch kälter wirken lässt. 

Daily Rupert

Am Hochtor sind es nur noch 5 Grad. Nur eine kurze Pause um etwas über zu ziehen und paar Fotos und weiter geht es in den Tunnel und auf die andere Seite des Alpen Hauptkamms.

Es ist hier deutlich Bewölkter und die Zwischenabfahrt ist deutlich länger und kälter wie gedacht. Zum Fuscher Törl gibt es die Möglichkeit sich wieder warm zu fahren. In dieser Passage sieht man sogar die Edelweiß Spitze, was genug Motivation bringt diese auch noch mitzunehmen. 

Oben gut einpacken und ab nach unten um nicht komplett auszukühlen. 

Zurück auf der Hauptstraße ist der Nebel so dicht, dass man mit Glück 10 Meter weit sehen konnte. Somit wird es eine sehr langsame Abfahrt um nicht über die Kehre hinaus zu schießen. Erst drei bis vierhundert Meter tiefer gibt es mehr Sicht. Nur gibt es dort auch mehr regen. Also zügig und erst recht vorsichtig ins Tal nach Bruck zu unserem Treffpunkt. 

Bei solchen Bedingungen wäre es unverantwortlich gewesen alle oben am Berg warten zu lassen. 

In der Abfahrt kommen uns sehr viele Radfahrer entgegen. Ob es ein Zufall oder eine große Reisegruppe oder sogar ein Rennen war, haben wir nicht herausfinden können. 

In Bruck gibt es eine kurze für manche auch längere Kaffeepause um uns zu stärken und aufzuwärmen.

Inzwischen hat sich der Regen gelegt und so können wir weitestgehend trocken auf dem welligen Radweg und über die Wagrainer Höhe zurück nach Altenmarkt fahren, wo wir die sehr schöne Woche gemütlich ausklingen lassen. 

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