Insel Umrundung

Der Wecker klingelt ein wenig früher als die letzten Tage. Heute ist die Königsetappe geplant. Das Wetter sieht auch gut aus.

Start war für 9 Uhr geplant. Wir kommen sogar früher los.

Nachdem unser Hotel direkt am Meer liegt gibt es nur eine Richtung in die wir starten können. Und zwar Berg auf. Mit einer angenehmen Steigung geht es los.

Einige Kilometer rollen wir dahin, bis die Route nach rechts abbiegt. Bis jetzt sind wir parallel zum Hang nach Osten gefahren. Ich befürchte diverse Prozente. Im “Sale” wären viele Leute begeistert gewesen, allerdings gab es nicht die Mehrwertsteuer zurück, sondern nur deren Prozente als Steigung nach ob. Das kostet gleich mal paar Körner. Die Strecke ist durchaus schön. Wir werden durch liebliche Orte geführt. Nur muss man extrem aufpassen, wie die Beschaffenheit der Regenablaufgitter quer über die Straße ist. Bei manchen sollten Rennradfahrer nur schräg darüber fahren um nicht stecken zu bleiben. Zum Glück haben wir alle rechtzeitig erkannt um entsprechend zu handeln, aber trotzdem wurden wir etwas ausgebremst.

Auf der Südseite der Insel angekommen gibt es zwei kurze Passagen wo eher ein Mountainbike von Vorteil gewesen wäre. In der Planung wurden Singletrails extra raus genommen. Entweder sind die Straßen plötzlich schlechter geworden oder sie wurden nie richtig ein kategorisiert.

Lange folgen wir der TF-28. Ein sehr kurvenreiche Straße in einer tollen Landschaft.

Zwischenzeitlich bin ich mir nicht sicher ob wir nicht doch in Californien gelandet sind.

Gefühlt kommen wir eher langsam voran. Bei 90 Kilometer beginnt die südliche Auffahrt hinauf zum Teide. Es ist allerdings schon nach 15 Uhr.

Wird knapp aber sollte passen. Von 500 Metern geht es auf über 2000. Leider ist die Auffahrt mit Wolken verhangen und der Wind es eher kühl. Je höher wir steigen um so kälter wird es.

Es kommen die Armlinge zum Einsatz. Meinen Zehen fangen an zu frieren. Hoffentlich kommen wir bald über die Wolkendecke. Noch dazu kommt, dass meine Beine immer mehr ausgelaugt sind und ich gezwungen bin langsamer zu fahren.

Tatsächlich lichten sich die Wolken zwischen 1800 und 1900 Metern.

In der Sonne halte ich an um meine Zehen auf zu tauen.

Die Landschaft hier oben ist überwältigend. Nur hab ich für den Weg hier hin allen Proviant aufgebraucht. Noch dazu haben wir Zeitdruck vom Tageslicht her. Es gibt nichts wo man sich schnell nochmal versorgen kann.

Beim letzten Schild schnell noch alles anziehen und ab nach unten. Es sind noch 38 Kilometer.

Es wird kalt und immer kälter. Oben drein kommt noch die Dunkelheit. Schnell fahren ist eher schwierig. Die Kilometer vergehen nur sehr langsam.

Zum Glück sieht Benny einen Bus des öffentlichen Nahverkehrs. Leider will er nicht uns beide mit nehmen. Benny lässt mir netterweise den Vortritt. Die gesamte Busfahrt über zittere ich am gesamten Körper. Es wird erst besser wie ich im Hotel ankomme. Benny ist auch schon da, obwohl der Busfahrer sehr rasant die kurvigen Straßen genommen hat.

Jetzt gibt es erst mal einen erholsamen Schlaf und morgen eine weniger anstrengende Tour.

Meine Schwester meinte wir sollen es langsam angehen

Von der Durchschnittsgeschwindigkeit her hat es auch funktioniert.

Gleich nach dem Aufstehen habe ich das erste mal den höchsten Punkt von Teneriffa gesehen. Der Teide.

Für Nutella Liebhaber ein muss. Leider kommt auf dem Bild die Größe nicht so rüber. Es hat 30-40 cm.

Nachdem die Radgrößen bei Benny und mir nicht gepasst haben, war der erste Weg zum Radverleih.

Bei Benny war ein anderes Rad reserviert, nur bei der Abholung hat er das falsche bekommen. Bei mir war es ein Kommunikationsproblem. Ich hatte gefragt ob ich zur Not zum größeren Rahmen wechseln kann. Da kam zurück, dass ich den größeren Rahmen bekomme. Zum Glück gab es noch ein Rad in der kleineren Größe. Ich musste dafür zwar in der Kategorie nach unten rutschen, aber für eine Woche tut es das schon.

Auch haben wir einen guten Tourentipp bekommen: Faro de Teno, der westlichste Punkt der Insel. Am Sonntag dürfen auf den letzten Kilometern dort keine Autos fahren. Mit dieser Information haben wir unseren ursprünglichen Plan verschoben. Kurze Routenplanung übers Handy und los. Man sollte in unbekannten Gebieten davon absehen jeder Seitenstraße zu folgen, sonst kommt dabei so etwas heraus:

Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.

Von da an waren wir etwas vorsichtiger.

Faro de Teno hatte ein wenig was von Cap Formentor.

In Buenavista del Norte beschließen wir den Heimweg über Santiago del Teide zu nehmen. Von der Landschaft her sehr schön. Nur etwas viele Höhenmeter, fast 1000 hm am Stück. Die ersten Kilometer steigen in vernünftigen Prozenten. Auch ist es zwischen drin etwas flacher. Gegen Ende wird es nochmal richtig Steil. 8% war dann schon Erholung um die Beine etwas “frei” zu kurbeln.

Es hat mich stark ans Timmelsjoch von der Italienischen Seite erinnert. Nur viel steiler. Selbst schuld. Ich wollte ja hier her.

Das war auch die Erkenntnis von gestern. Auf Teneriffa geht es entweder Berg auf oder Berg ab. Dazwischen gibt es nicht viel. Bei den Steigungen gibt es auch nur zwei Varianten: Steil und richtig Steil.

Passschilder gibt es hier eher wenig.

Der Busfahrer hinter mir hat zu lachen angefangen, als ich während der Fahrt das Foto gemacht habe.

Von da an ging es einige Zeit Berg ab. Plötzlich höre ich einen Knall und zischen. Das muss ein Platten bei Benny sein. Gleich rechts ran. Zum Glück konnte er noch abbremsen ohne Sturz. Benny baut zielsicher das Vorderrad aus, was nicht verkehrt war. Schließlich hatte es einen Platten. Blöder Weise war auch das Hinterrad betroffen. Somit paralleles Reifenwechseln.

Danach geht es weiter abwärts. Nachdem es schon spät ist, versuchen wir über die große Hauptstraße zu fahren. Hier nur die Anmerkung: Bitte den Track nicht nach fahren!

Als wir in Puerto de la Cruz ankommen ist die Sonne bereits untergegangen. Nach einem kurzen Schlenker über den Radverleih, wir brauchen schließlich zwei neue Schläuche, geht es zügig zum Hotel.

Leicht geplättet werde ich glaube gut schlafen können.

Hier die Tour: Relive

Saison Auftakt im Februar

Eigentlich hatte ich gesagt, dass ich nicht schon wieder nach Mallorca möchte. Mallorca ist schön, nur will ich mehr von der Welt sehen und erradeln. Schlussendlich hab ich mich doch überreden lassen unter der Premisse noch etwas anderes zusätzlich zu machen. Von Quäldich wurde ich zum Ziel Teneriffa inspiriert. Im April ist bereits Malle gebucht, also braucht es einen früheren Termin. Auf Teneriffa ist es das ganze Jahr möglich mit dem Rad zu fahren. Warum dann nicht gleich die Saison im Februar eröffnen.

Kurz nach 3 Uhr morgens. Ich werde sogar vor dem Wecker wach. Naja, wach kann man das nicht wirklich bezeichnen. Es ist einfach viel zu früh. Was tut man nicht alles für sein Lieblings Hobby.

So früh fährt noch kein Bus, also laufe ich die zwei Kilometer zum Bahnhof. Keine Ahnung was die meisten gegen die Sbahn haben, aber mich fährt sie pünktlich bis zum Flughafen. Dort wartet schon Benny auf mich. Kurz das Gepäck aufgeben und ab zur Sicherheitsschleuse. Dort wartet ein Novum auf uns. Gezielt gehen wir durch den neuen Bodyscanner der Firma Rohde&Schwarz.

Im Flugzeug sitzen wir nicht zusammen. Die IT-ler haben nicht an den Online Check-In gedacht. Nicht so schlimm, da wir jetzt eh eine ganze Woche nebeneinander radeln.

Der Bustransfer ging deutlich schneller als gedacht.

Das Hotelzimmer ist noch nicht fertig, weshalb wir uns erst die Anlage und dann einen Teil der Stadt anschauen.

Das Wetter ist nicht ganz so wie erhofft. Während des Bustransfers hatte es geregnet. Dann haben sich Sonne und Wolken abgewechselt. Die ersten Kilometer haben wir ein wenig Sonne, doch je höher wir steigen und mehr ins Landesinnere kommen, setzt leichter Niesel ein.

Für die erste Tour nicht die idealen Voraussetzungen, aber wir können fahren.

Nachdem heute ein sehr langer Tag war, verschiebe ich die Erläuterung zur Geographischen Beschaffenheit von Teneriffa auf morgen. Hier schon mal ein Teaser vorweg:

Relive

Ein Wochenende im Ötztal

Freitag Nachmittag geht es direkt von der Arbeit mit dem bereits gepackten Auto los. Mit Benny treffe ich mich in Fürstenried. Dann wird noch der Kuchen bei meinen Eltern geplündert.

Die Info, dass wir zwei Stücke da lassen kam leider etwas spät. Sorry dafür.

Kurz vor Sölden sehen wir die ersten verrückten Radfahrer. Vor dem Rennen nochmal zu fahren ist nicht verkehrt, nur regnet es leicht.

Um 7 Uhr kommen wir bei unserer Ferienwohnung an. Kurz Einchecken und gleich in die Stadt. Nach etwas umherirren finden wir die Freizeitarena wo sich das meiste Abspielt. Wenn wir schon mal da sind nehmen wir unsere Startpaket gleich entgegen.

Bei unserem Rundgang ist uns eine Pizzeria aufgefallen, welche wir im Anschluss besuchen um uns zu stärken. Im Anschluss geht es noch in eine Apres Ski Bar wo wir einige der Facebook Gruppe Rennradln München treffen. Gesprächsthemen sind das Wetter, die Renntaktik, das Wetter, welche Zeit man sich vorgenommen hat, das Wetter, ob man am Samstag nochmal fährt und das Wetter.

Das erste was ich Samstag morgen mache, das Wetter mit mehreren Apps checken. Für heute und für morgen entlang der Strecke. Heute könnte es ein Regenloch geben, wo man eventuell noch locker rollen kann. Für morgen schaut es gar nicht so schlecht aus.

Nachdem wir in einer Ferienwohnung sind, passt der Kuchen ganz gut als Frühstück.

Es regnet und die angebliche Wetterbesserung bleibt aus. Das Fahren streiche ich für mich. Gerne wäre ich die Ötztaler Gletscher Straße gefahren, dann könnte ich einen Haken an die höchste befahrbare Straße der Alpen machen. Auch was flacheres ist nicht drin.

Gegen Mittag machen wir uns auf um alle Sportläden und Fahrrad Stände abzuklappern. Schnell stellen wir fest, dass warme Sachen und Regengewand hoch im Kurs sind.

Beim Ötztaler Radmarathon gibt es nur ein Trikot für diejenigen, welche ins Ziel kommen. Dadurch bleiben jedes Jahr ein paar Trikots übrig. Sie werden zerschnitten und in Sölden aufgehängt. Oder wie hier ein neues großes Trikot erstellt.

Auch die Begleitautos stehen schon bereit:

Nachdem wir alles gesehen hatten, sind wir zurück in die Ferienwohnung um unsere Räder und Gewand für morgen her zu richten.

Abendessen holen wir uns bei der Pasta Party in der Freizeitarena. Direkt im Anschluss ist dort die Fahrerbesprechung mit allen notwendigen Informationen. Auch wurde eine Wetterfee organisiert um nochmal offiziell die Wettervorhersage kund zu tun. Es soll sicher keinen Schnee geben. Damit sollte sie recht behalten. Mit der Aussage, dass die Abfahrt vom Kühtai wahrscheinlich trocken ist, lag sie daneben. Haupttenor war, dass es regnen kann, aber nicht muss.

Sonntag früh um 5 Uhr klingelt der Wecker. Draußen ist es noch dunkel, aber zum Glück trocken. Nach dem Frühstück machen wir uns fertig und rollen in den Startblock.

6:45: ein Knall ertönt und die ersten starten auf die Strecke. Um uns herum geht das Einklicken los. Langsam setzen wir uns in Bewegung. Benny verliere ich recht schnell. Nicht so schlimm, da wir eh ausgemacht hatten, dass jeder für sich fährt.

Zügig bin ich mit über 47 km/h im Schnitt in Ötz wo der erste Anstieg los geht. Kurz die Regenjacke ausziehen und auf in den Anstieg.

Gleich nach dem Abzweig sitzt ein Ehepaar in Klappstühlen vor ihrem Haus um sich das Spektakel anzusehen. Einer der Radler greift kurz unter sein Trikot und zieht eine Zeitung heraus und gibt diese an den Zuschauer weiter, welcher die Zeitung aufschlägt und zu lesen beginnt. Zeitungszustellung mal anders.

Es geht relativ Steil los. Durch das Gedränge habe ich gar keine Möglichkeit zu schnell zu fahren. Erst als wir die Häuser hinter uns lassen wird das Feld aufgelockert.

In der Galerie treffe ich nochmal Benny und wechsle ein paar Worte mit ihm. Nachdem es hier erneut sehr Steil ist, fahre ich lieber mein Tempo. Von der Temperatur zieht es nochmal an. Es wird kälter trotz der anstrengenden Auffahrt. Das Trikot mache wieder zu. Weiter unten hatte ich es aufgemacht um mehr Luft zu bekommen.

Oben angelangt fülle ich meine Flaschen auf. Ich hatte nur eine voll gemacht um mit weniger Gewicht das Kühtai in angriff zu nehmen. Noch kurz die Weste zu machen, Regenjacke und lange Handschuhe wieder anziehen und auf in die Abfahrt.

Gleitend geht es von Nebel in Niesel zu Regen über. Bei gerade mal 3 Grad ist das alles andere als Wetter zum Rad fahren. Auch für die steile Abfahrt ist eine nasse Straße nicht optimal. Zum Glück bin ich das Kühtai vorab schon mal gefahren. Besonderen Respekt habe ich vor den mindestens 4 Kuhgittern, welche quer über die Straße verlaufen. Leicht abbremsen und gerade drüber fahren. Alles gut gegangen.

Im unteren Bereich kommt ein Teilstück welches ich noch nicht gefahren bin, doch es geht nur Berg ab. In einer Galerie höre ich es hinter mir krachen. Das klang nicht gut. Vermutlich ist dort leider jemand gestürzt. Doch ich konzentriere mich lieber auf die Straße vor mir. Eine Vollbremsung wäre deutlich gefährlicher gewesen. Streckenposten ist gerade auch keiner da. Kurz darauf kommt eines der Rennleiter Autos an mir vorbei. Wenn was passiert ist, dann werden die sicher die Rettung verständigen. Hoffentlich war es nichts ernstes.

Meine Schuhe sind mittlerweile komplett Nass und meine Füße kalt. Nach der Abfahrt beträgt mein Schnitt immer noch 30 KM/H. Von Kematen bis Innsbruck geht es relativ flach und ich versuche in einer Gruppe zu fahren um nicht unnötig Kraft durch Windarbeit zu verbrauchen.

Schon geht es wieder Berg auf zum Brenner. Der Oberkörper ist war, nur die Beine nicht. Teilweise habe ich sogar den Eindruck meine Zehen nicht mehr zu spüren. Wenigstens hat der Regen nachgelassen. In Matrei versucht sogar die Sonne durch zu kommen. Leider schaft sie es nicht ganz. An den flacheren Passagen ist das Tempo über 30 KM/H. Es geht zügig voran. Nur meine Waden und Knie machen mir etwas zu schaffen. Ich überlege sogar die Gruppe ziehen zu lassen. Als Ziel setze ich mir bis Gries mit zu halten. Kurz danach kommt auf der rechten Seite ein Parkplatz um mich zu erleichtern.

Nun folgt das steilste Stück des Brenners. Normal mag ich es überhaupt nicht. Heute fühlt es sich richtig gut an. Hoffentlich bleibt es mir so in Erinnerung.

Die Labe Station am Brenner lasse ich aus. Während der Fahrt mache ich Weste und Regenjacke zu. Die Straße hier ist bereits am Abtrocknen. Bei Sterzing kommt sogar die Sonne etwas länger raus. Doch nachdem der Anstieg zum Jaufenpass auf der Nordseite liegt haben wir recht wenig davon. Bis hier her konnte ich den Schnitt von 3o KM/H halten, trotz 120 Kilometer und 2000 Höhenmetern.

Benny kommt von hinten angefahren. Kurz unterhalten wir uns, doch diesmal muss ich ihn ziehen lassen. Meine Schaltung will nicht so ganz und meine Beine auch nicht. Nachdem die Regenjacke zu warm ist bleibe ich kurz stehen um Jacke und Weste auszuziehen und die Schaltung nach zu justieren. In dem Fall ist das Motto “Mit dem zweiten fahre ich besser”. Es läuft wieder halbwegs Rund. Davor konnte ich nur im kleinsten Gang fahren, ansonsten ist die Kette gesprungen und jetzt tut die Schaltung wieder. Vor allem harmoniert der zweite Gang mehr mit meinen Beinen.

Kurz vor der Passhöhe ist eine weitere Essensstation. Dort halte ich an um erneut meine Flaschen voll zu machen. Das sollte bis Sölden reichen. Benny ist auch noch zur Stärkung da. Hier gibt es sogar Nudelsuppe. Die tut richtig gut. Meine Füße werden zwar davon nicht warm, aber es ist etwas Abwechslung zu den ganzen süßen Gels.

Auf der Nordseite vom Jaufenpass ist die Sicht gut. Kaum bin ich auf der anderen Seite, steht eine Nebel bzw. Wolkenwand vor mir. Wieder gut einpacken und abwärts. Benny zieht in der Abfahrt davon. Nach der Hälfte der Abfahrt kann man wieder mehr als 10 Meter weit sehen.

Auf in den letzten und längsten Anstieg. 30 Kilometer mit 1800 Höhenmetern stehen bevor. Gefühlt sind die Beine schon ganz schön leer. Trotzdem überhole ich noch paar Radfahrer. In der flachen Mittelpassage sind es nochmal mehr. Nur muss ich in Schönau nochmal austretten. Nicht so schlimm, da sich die Zeit bis zum Ziel jetzt hoch rechnen lässt. Es wird keine 8er Zeit mehr werden und zur 10 hab ich noch Luft. Wie ich wieder raus komme, hat es tatsächlich aufgemacht. Davor war noch leichter Niesel. Bei teils blauem Himmel kann man die Kulisse deutlich besser genießen und vergisst zwischenzeitlich, dass die Füße immer noch kalt sind. Man erkennt schön wo es gestern geschneit hat.

Am Passschild vom Timmelsjoch freue ich mich bereits, es geschaft zu haben. Der Schnee, welcher gestern morgen hier war ist bereits abgetaut. Jetzt nur noch sicher abfahren. Ja es kommt noch ein 200 Hm Gegenanstieg, aber der lässt sich auch noch weg drücken.

An der Mautstation wird meine Freude noch größer. Trotzdem sind es bis Sölden noch einige Kilometer. Nachdem diese überwiegend Berg ab sind, vergehen sie sehr schnell. Auf die letzten Kilometer bekomme ich sogar nochmal etwas Power für einen Schlusssprint. Geschaft. Ich habe den Traum gelebt und mit 9:41 Stunden den Ötztaler Radmarathon gefinist. Mein Ziel unter 10 Stunden zu bleiben ist damit erfüllt.

Benny hat im Ziel auf mich gewartet. Gemeinsam haben wir unsere Trikots abgeholt. Nach kurzem duschen sind wir nochmal zur Freizeitarena zur Pasta Party. Dort haben wir nochmal welche von Rennradl München getroffen. Für die Siegerehrung sind wir nicht mehr geblieben. Der Tag war auch so schon lang genug.

Danke an alle Zuschauer am Wegesrand fürs anfeuern. Das hat richtig Motiviert. Für mich ist jetzt erst mal regeneration angesagt. Nachdem aktuell nichts mehr geplant ist für dieses Jahr, kann es sein, dass ihr erst nächstes Jahr hier was neues zu lesen bekommt. Die Radsaison ist aber keineswegs bereits zu Ende. Mir fehlen noch 312 Kilometer um die 10000 voll zu machen 😉

Hier noch die Strecke in deutlich schnellerer Form: https://www.relive.cc/view/1814819778

Freiburg-Nizza Tag 8 / Die Seealpen

Als gemütlichen Abschluss haben wir noch die Seealpen mit genommen. Es gab mehrere kleine Pässe. Manche davon hatten nicht mal ein Passschild. Die Gegend war deutlich grüner als die letzten Tage. Das liegt natürlich auch daran, dass wir maximal auf 1439 Meter über Normalnull sind.

Nach der Mittagspause gibt es zwar noch zwei Cols, aber alle zieht es ans Meer. Dadurch gab es am Nachmittag deutlich weniger Bilder.

Hier noch die letzten Kilometer zum Nachfliegen: https://www.relive.cc/view/1796786347

Es war eine sehr schöne Reise. Wenn möglich werde ich wieder in die Gegend der 2000er Pässe fahren. Dort gibt es noch einige Pässe, welche ich noch nicht mit dem Rennrad befahren habe. Noch dazu hat jeder Pass zwei Seiten.

Jetzt kommt nach etwas Erholung nächste Woche erst mal der Ötztaler Radmarathon. Davon habe ich definitiv vor zu berichten. Im Nachgang kann mit der Planung für nächstes Jahr begonnen werden.

Freiburg-Nizza Tag 7 / Monumente der Hochprovence

So viel lässt sich über den heutigen Tag gar nicht berichten, außer dass es wieder ein genialer Tag war.

Auf den Col de Vars starten wir in umgekehrter Reihenfolge der Gruppen. Schön ist daran, dass sich die Gruppen kurzzeitig mischen.

Oben am Col gibt es ein Gruppenfoto mit fast allen Teilnehmern.

Der Anstieg zum Col de la Cayolle beginnt mit einer Schlucht.

Zu unserem Glück ist der Pass eher unbekannt und dadurch kaum befahren. So bleibt mehr Raum die Velosophie in vollen Zügen zu genießen. Das Zirpen der Grillen, das Rauschen des Bachs, das Surren der Kette. Hin und wieder das Klacken einer Schaltung. Dazu noch umgeben von tollen Panorama bei Sonnenschein. Was will man mehr?

Tatsächlich schaffe ich es diesmal mit dem Schweizer Trio bis ganz oben zu fahren, was ein weiteres Highlight ist.

In der Abfahrt geht es auch wieder durch eine Schlucht. Diesmal aus rotem Stein, was mich an meine USA Tour durch Canyonland in Utah erinnert. Nur geht es hier deutlich enger zu mit mehr Tunnels.

Die letzten 45 Kilometer werden mit dem Glacier Express der Gruppe 1 in einer knappen Stunde zurück gelegt. Das ging nur durch die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten.

Hier die Strecke im Rückblick: https://www.relive.cc/view/1794353939

Freiburg-Nizza Tag 6 / Monumente der Dauphiné

Wenn man nicht mehr weis, welcher Wochentag ist, dann ist es ein guter Urlaub 😉 Bei mir ist es schon die letzten Tage so. Nur das Zählen der Etappen funktioniert.

Heute gibt es zwei Hügel mit vier Pässen.

Ohne richtige Aufwärmphase geht es gleich in den Anstieg. Vor genommen habe ich mir den Anstieg zum Col du Galibier gemütlich zu fahren. Die ersten Kilometer funktioniert das super. Doch mein Vorsatz hält nicht lange. Ich überhole eine junge EBikerin. Doch es dauert nicht lange, bis sie mich wieder überholt. Das gleiche Spiel passiert erneut. Also versuche ich auf einem kurzen flacheren Stück mir mehr Vorsprung heraus zu fahren. Ich wäge mich in Sicherheit, da ich sie nicht mehr sehe. Gemütlich mache ich Fotos.

Es ist immer wieder nett zu sehen, wenn sich Radfahrer hintereinander die Berge hinauf ziehen.

Da kommt doch nochmal die EBikerin. Ich versuche erneut durch einen Zwischensprint einen Abstand heraus zu fahren. Ein weiteres kurzes Aufbäumen meiner Seits, doch auf Dauer kann ich die Leistung nicht halten.

Hier ein kleines Suchbild 😉

Der aufmerksame Leser wird sich sicher fragen, wie vier Pässe bei zwei Anstiegen funktionieren soll. Es gibt mehrere Möglichkeiten. In dem Fall geht die Abfahrt vom Galibier auf den Col du Lautaret hinunter, welcher immer noch auf über 2000 Meter Höhe ist.

Pause muss auch mal sein.

Nach der Mittagspause in La Salle-les-Alpes geht es noch kurz Berg ab, bis es in den zweiten Anstieg des Tages geht.

Die gesamte Auffahrt über gibt es einen markierten Fahrradstreifen.

Die Landschaft ist so beeindruckend und es ist nur wenig Verkehr, dass ich nahezu den kompletten Anstieg mit einem grinsen im Gesicht zurück lege.

Um nicht zu früh am Hotel zu sein, legen wir noch einen Stop bei einer kleinen Bäckerei ein.

Der Col de L’Ange Gardien fliegt in der restlichen Abfahrt mit vorbei, dass es kein Foto davon gibt.

Die letzten Etappenkilometer durch die Guil Schlucht machen den ohnehin schon sehr schönen Tag noch besser.

Vom Pool gibt es diesmal keine Bilder. Auch hat sich dann die Sonne hinter den Wolken versteckt.

Fürs nachfahren: https://www.relive.cc/view/1792087255

Freiburg-Nizza Tag 5 / Col de la Madeleine und Kehren

Heute stehen zwei richtige Pässe auf dem Programm. Der Col de la Madeleine (1993 m) und der Col du Télégraphe (1570 m).

Nachdem für Nachmittag Gewitter angesagt sind, starten wir früher. Um 8:30 Uhr beginnen wir mit 18 Kilometer warm rollen, bevor es in den 26 Kilometer langen und 1600 Meter hohen Anstieg geht.

Am Pass oben war bereits unser Mittagsbuffet aufgebaut, welches wir gleich plünderten. Mit Montblanc Panorama im Hintergrund schmeckt es gleich doppelt gut.

Die 20 Kilometer lange Abfahrt ist der Ausgleich für die lange Auffahrt.

Aus dem Maurienne-Tal machen wir einen kleinen sehr fahrenswerten Schlenker über die Lacets de Montvernier. Es handelt sich um 18 wunderschöne Kehren welche eine angenehme Abwechslung zum Tal geben.

Zurück im Tal geht es entlang einer großen Hauptstraße bis Saint-Michel-de-Maurienne.

Nach einer Cola Pause geht es in den Anstieg zum Col du Télégraphe. Ab hier sind wir auf dem identischen Weg von der Tour Monaco-Monaco welche ich gemeinsam mit meinem Papa 2009 unternommen habe. Damals waren wir mit dem Tourenrad und Gepäcktaschen unterwegs.

Auch befahren wir jetzt ein Teilstück der Route des Grandes Alpes.

Ein sehr schönes Detail an der Auffahrt sind die extra für Radfahrer platzierten Mülltonnen um den Müll während der Fahrt zu entsorgen.

Nach dem Col geht es nur noch 5 Kilometer bis Valloire, welches unser Ziel für heute ist.

Ein erneut sehr schöner Tag auf dem Rad und wieder vom Regen verschont geblieben.

Hier im Schnelldurchlauf: https://www.relive.cc/view/1789851992

Freiburg-Nizza Tag 4 / Die zwei Seen

Gestern sind wir wie bereits erwähnt noch etwas länger sitzen geblieben. Lustiger Weise hatten wir die Zimmernummer 303. Gleich bin ich auf dieses Lied gekommen: Alles auf die 303

Unser Guide und unser Shuttle Service mussten heute morgen erst mal zur Polizei, nachdem gestern dort keine Anzeige mehr aufgegeben werden konnte. Somit war der Plan für Gruppe 1 erst später zu starten, wenn alles auf der Polizei geklärt ist.

Nachdem es sich “nur” um ein “Standard” Vorgang handelt kommen wir zeitiger los als geplant.

Nach drei Kilometern geht es in den Berg. Anstiege werden ab einem gewissen Punkt frei gegeben mit einem definierten Zielort, welcher meistens das Passschild ist. Ich wage einen ausriss Versuch. Ein paar Kilometer halte ich durch bis ich vom Schweizer Trio gestellt werde. Ich muss reißen lassen. Für einen sehr schönen Aussichtspunkt auf den Genfersee bleibe ich stehen.

Benny schließt zu mir auf und wir kurbeln in Malle – Manier gemeinsam bis oben. Wir treffen Gruppe 3 welche uns informiert, dass das Trio schon durch ist. Also fahren wir auch weiter. Es ist von oben ein Restaurant ersichtlich. Vermutlich sind sie dort. Man kommt nicht direkt zu dem Kaffee. Somit werden sie dort keinen Halt gemacht haben. Wir warten kurz. Aus unserer Gruppe kommen noch zwei dazu. Allerdings fehlen auch noch zwei. Von Gruppe 3 bekomme ich die Info, dass oben ein Passschild gewesen ist. Wir teilen uns auf. Ich fahre zurück und die anderen fahren weiter zur nächsten Anhöhe. Von weitem sehe ich schon unseren Schlusstrupp. Nur fahren sie auch zurück zum Pass. Oben schaffe ich es sie einzuholen. Dadurch bekomme ich doch noch die Chance auf ein weiteres Passbild.

Gemeinsam haben wir alle anderen unserer Gruppe am nächsten Pass gefunden.

In der Abfahrt gibt es nochmal einen schönen Aussichtspunkt. Dort sollte bei guten Bedingungen der Mont Blanc zu sehen sein.

In Annecy sind wir bei einem Bäcker eingekehrt. Dort gab es hervorragende Quiche und Tartiflette. Die letzten Tage gab es immer Buffet von unserem Shuttlebus organisiert. Damit die den Schreck von gestern verdauen können, wurde beschlossen, dass wir uns heute selbst versorgen, was durchaus gut funktioniert hat.

Nach dem Essen geht es an den Lac d’Annecy.

In Sichtweite zum See Schrauben wir uns hinauf zum Col de la Forclaz. Unten raus kann ich mit dem Schweizer Trio noch mit halten, doch als die Steigung anzieht muss ich sie erneut ziehen lassen. Sie haben einfach bessere Trainingsbedingungen 😉

Oben werden wir mit einer Hammer Aussicht belohnt.

Der letzte Berg ist mehr wie ein lang gezogener Hügel. Die Steigung zum Col de Tamié ist verglichen zum Anstieg davor eher flach und lässt sich zügig fahren.

Oben treffen wir Gruppe 2.

Die letzte Abfahrt und die Strecke zum Hotel bewältigen wir gemeinsam.

Nachdem noch etwas Zeit bis zum Abendessen ist nutzen viele von uns den Pool. Bei Temperaturen von 30 Grad ist das verständlich 🙂

Gegen Abend zieht eine Gewitter/Regenfront auf. Nachdem wir bereits im Hotel sind ist das kein Problem. Hoffen wir mal, dass sich die Wolken alle über Nacht ab regnen und morgen wieder schönes Wetter ist.

Hier die Strecke zum nach erleben: https://www.relive.cc/view/1787455922

Freiburg-Nizza Tag 3 / Zum Genfersee

Die Tour in kurz abgeflogen: https://www.relive.cc/view/1785530548

Nachdem die Mittagspause für heute auf der B Variante erst nach zwei Drittel der Strecke geplant ist, starten wir schon eine halbe Stunde früher. Von den Temperaturen macht sich das durchaus bemerkbar.

Los geht es mit etwas Sightseeing durch unseren Etappenort.

Außerhalb des Ortes stoßen wir noch auf Nebel. Meine Brille beschlägt sogar.

Bei gerade mal 11 Grad ist es richtig frisch. Doch die Sonne schafft es sich dann dauerhaft durchzusetzen.

Die Temperatur steigt stetig an. Ebenso geht es in den ersten Anstieg.

Das Passschild ist ausnahmsweise etwas anders gestaltet. Passt dadurch aber besser in die Landschaft.

Und der zweite Pass folgt kurz darauf.

Am Lac de Jaux gibt es einen kurzen Fotostop.

Es folgt ein leicht welliges Stück entlang dem See, bevor es zum nächsten Pass geht.

Am Pass oben gibt es eine Möglichkeit unsere Flaschen aufzufüllen. In der Zeit kommen schon die zwei schnellsten von Gruppe 2. Einen davon kassieren wir gleich ein, damit wir eine gerade Anzahl werden. Für Zweierreihe fahren ist das besser.

Bis zur Mittagspause passiert nicht viel. Nur hätten wir diese fast verpasst, da sich das Shuttle Auto gut versteckt hin gestellt hat. Grund dafür war einen Schattenplatz zu finden.

Nach der Pause waren nur noch 400 Höhenmeter zu absolvieren. Der Anstieg war sehr moderat, dass diese schnell verflogen sind.

Ab der Hälfte der Abfahrt wurde es anstrengend. Nicht vom Rad fahren, sondern von der Strecke. Erst einige Baustellen und dann durch Genf mit viel Verkehr. Ob bei der Streckenplanung berücksichtigt wurde, dass wir bei der UNO vorbei fahren, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall ist es durchaus gut gewesen die Route so zu legen.

Einige aus unserer Gruppe wollten noch zum Baden in den Genfersee. Das ist gar nicht so einfach. Einige Kilometer entlang der Promenade haben wir Ausschau gehalten, doch keinen perfekten Platz gefunden.

Kurzerhand haben wir uns aufgeteilt und ich bin mit zurück ins Hotel.

Dort gab es etwas Chaos mit dem Gepäck und dem Check-In. Doch das viel gravierendere war, dass unser Shuttle Auto ausgeraubt wurde. Ein vermeintlicher Passant machte auf einen kaputten Reifen aufmerksam. Während das kontrolliert wurde, wurde die Fahrerkabine ausgeräumt.

Dieser Vorfall brachte mehreres durcheinander. Noch dazu waren wir nach dem sehr guten Abendessen noch gemütlich in einer Bar. Deshalb folgt dieser Blogeintrag etwas verspätet.