Ein Wochenende im Ötztal

Freitag Nachmittag geht es direkt von der Arbeit mit dem bereits gepackten Auto los. Mit Benny treffe ich mich in Fürstenried. Dann wird noch der Kuchen bei meinen Eltern geplündert.

Die Info, dass wir zwei Stücke da lassen kam leider etwas spät. Sorry dafür.

Kurz vor Sölden sehen wir die ersten verrückten Radfahrer. Vor dem Rennen nochmal zu fahren ist nicht verkehrt, nur regnet es leicht.

Um 7 Uhr kommen wir bei unserer Ferienwohnung an. Kurz Einchecken und gleich in die Stadt. Nach etwas umherirren finden wir die Freizeitarena wo sich das meiste Abspielt. Wenn wir schon mal da sind nehmen wir unsere Startpaket gleich entgegen.

Bei unserem Rundgang ist uns eine Pizzeria aufgefallen, welche wir im Anschluss besuchen um uns zu stärken. Im Anschluss geht es noch in eine Apres Ski Bar wo wir einige der Facebook Gruppe Rennradln München treffen. Gesprächsthemen sind das Wetter, die Renntaktik, das Wetter, welche Zeit man sich vorgenommen hat, das Wetter, ob man am Samstag nochmal fährt und das Wetter.

Das erste was ich Samstag morgen mache, das Wetter mit mehreren Apps checken. Für heute und für morgen entlang der Strecke. Heute könnte es ein Regenloch geben, wo man eventuell noch locker rollen kann. Für morgen schaut es gar nicht so schlecht aus.

Nachdem wir in einer Ferienwohnung sind, passt der Kuchen ganz gut als Frühstück.

Es regnet und die angebliche Wetterbesserung bleibt aus. Das Fahren streiche ich für mich. Gerne wäre ich die Ötztaler Gletscher Straße gefahren, dann könnte ich einen Haken an die höchste befahrbare Straße der Alpen machen. Auch was flacheres ist nicht drin.

Gegen Mittag machen wir uns auf um alle Sportläden und Fahrrad Stände abzuklappern. Schnell stellen wir fest, dass warme Sachen und Regengewand hoch im Kurs sind.

Beim Ötztaler Radmarathon gibt es nur ein Trikot für diejenigen, welche ins Ziel kommen. Dadurch bleiben jedes Jahr ein paar Trikots übrig. Sie werden zerschnitten und in Sölden aufgehängt. Oder wie hier ein neues großes Trikot erstellt.

Auch die Begleitautos stehen schon bereit:

Nachdem wir alles gesehen hatten, sind wir zurück in die Ferienwohnung um unsere Räder und Gewand für morgen her zu richten.

Abendessen holen wir uns bei der Pasta Party in der Freizeitarena. Direkt im Anschluss ist dort die Fahrerbesprechung mit allen notwendigen Informationen. Auch wurde eine Wetterfee organisiert um nochmal offiziell die Wettervorhersage kund zu tun. Es soll sicher keinen Schnee geben. Damit sollte sie recht behalten. Mit der Aussage, dass die Abfahrt vom Kühtai wahrscheinlich trocken ist, lag sie daneben. Haupttenor war, dass es regnen kann, aber nicht muss.

Sonntag früh um 5 Uhr klingelt der Wecker. Draußen ist es noch dunkel, aber zum Glück trocken. Nach dem Frühstück machen wir uns fertig und rollen in den Startblock.

6:45: ein Knall ertönt und die ersten starten auf die Strecke. Um uns herum geht das Einklicken los. Langsam setzen wir uns in Bewegung. Benny verliere ich recht schnell. Nicht so schlimm, da wir eh ausgemacht hatten, dass jeder für sich fährt.

Zügig bin ich mit über 47 km/h im Schnitt in Ötz wo der erste Anstieg los geht. Kurz die Regenjacke ausziehen und auf in den Anstieg.

Gleich nach dem Abzweig sitzt ein Ehepaar in Klappstühlen vor ihrem Haus um sich das Spektakel anzusehen. Einer der Radler greift kurz unter sein Trikot und zieht eine Zeitung heraus und gibt diese an den Zuschauer weiter, welcher die Zeitung aufschlägt und zu lesen beginnt. Zeitungszustellung mal anders.

Es geht relativ Steil los. Durch das Gedränge habe ich gar keine Möglichkeit zu schnell zu fahren. Erst als wir die Häuser hinter uns lassen wird das Feld aufgelockert.

In der Galerie treffe ich nochmal Benny und wechsle ein paar Worte mit ihm. Nachdem es hier erneut sehr Steil ist, fahre ich lieber mein Tempo. Von der Temperatur zieht es nochmal an. Es wird kälter trotz der anstrengenden Auffahrt. Das Trikot mache wieder zu. Weiter unten hatte ich es aufgemacht um mehr Luft zu bekommen.

Oben angelangt fülle ich meine Flaschen auf. Ich hatte nur eine voll gemacht um mit weniger Gewicht das Kühtai in angriff zu nehmen. Noch kurz die Weste zu machen, Regenjacke und lange Handschuhe wieder anziehen und auf in die Abfahrt.

Gleitend geht es von Nebel in Niesel zu Regen über. Bei gerade mal 3 Grad ist das alles andere als Wetter zum Rad fahren. Auch für die steile Abfahrt ist eine nasse Straße nicht optimal. Zum Glück bin ich das Kühtai vorab schon mal gefahren. Besonderen Respekt habe ich vor den mindestens 4 Kuhgittern, welche quer über die Straße verlaufen. Leicht abbremsen und gerade drüber fahren. Alles gut gegangen.

Im unteren Bereich kommt ein Teilstück welches ich noch nicht gefahren bin, doch es geht nur Berg ab. In einer Galerie höre ich es hinter mir krachen. Das klang nicht gut. Vermutlich ist dort leider jemand gestürzt. Doch ich konzentriere mich lieber auf die Straße vor mir. Eine Vollbremsung wäre deutlich gefährlicher gewesen. Streckenposten ist gerade auch keiner da. Kurz darauf kommt eines der Rennleiter Autos an mir vorbei. Wenn was passiert ist, dann werden die sicher die Rettung verständigen. Hoffentlich war es nichts ernstes.

Meine Schuhe sind mittlerweile komplett Nass und meine Füße kalt. Nach der Abfahrt beträgt mein Schnitt immer noch 30 KM/H. Von Kematen bis Innsbruck geht es relativ flach und ich versuche in einer Gruppe zu fahren um nicht unnötig Kraft durch Windarbeit zu verbrauchen.

Schon geht es wieder Berg auf zum Brenner. Der Oberkörper ist war, nur die Beine nicht. Teilweise habe ich sogar den Eindruck meine Zehen nicht mehr zu spüren. Wenigstens hat der Regen nachgelassen. In Matrei versucht sogar die Sonne durch zu kommen. Leider schaft sie es nicht ganz. An den flacheren Passagen ist das Tempo über 30 KM/H. Es geht zügig voran. Nur meine Waden und Knie machen mir etwas zu schaffen. Ich überlege sogar die Gruppe ziehen zu lassen. Als Ziel setze ich mir bis Gries mit zu halten. Kurz danach kommt auf der rechten Seite ein Parkplatz um mich zu erleichtern.

Nun folgt das steilste Stück des Brenners. Normal mag ich es überhaupt nicht. Heute fühlt es sich richtig gut an. Hoffentlich bleibt es mir so in Erinnerung.

Die Labe Station am Brenner lasse ich aus. Während der Fahrt mache ich Weste und Regenjacke zu. Die Straße hier ist bereits am Abtrocknen. Bei Sterzing kommt sogar die Sonne etwas länger raus. Doch nachdem der Anstieg zum Jaufenpass auf der Nordseite liegt haben wir recht wenig davon. Bis hier her konnte ich den Schnitt von 3o KM/H halten, trotz 120 Kilometer und 2000 Höhenmetern.

Benny kommt von hinten angefahren. Kurz unterhalten wir uns, doch diesmal muss ich ihn ziehen lassen. Meine Schaltung will nicht so ganz und meine Beine auch nicht. Nachdem die Regenjacke zu warm ist bleibe ich kurz stehen um Jacke und Weste auszuziehen und die Schaltung nach zu justieren. In dem Fall ist das Motto “Mit dem zweiten fahre ich besser”. Es läuft wieder halbwegs Rund. Davor konnte ich nur im kleinsten Gang fahren, ansonsten ist die Kette gesprungen und jetzt tut die Schaltung wieder. Vor allem harmoniert der zweite Gang mehr mit meinen Beinen.

Kurz vor der Passhöhe ist eine weitere Essensstation. Dort halte ich an um erneut meine Flaschen voll zu machen. Das sollte bis Sölden reichen. Benny ist auch noch zur Stärkung da. Hier gibt es sogar Nudelsuppe. Die tut richtig gut. Meine Füße werden zwar davon nicht warm, aber es ist etwas Abwechslung zu den ganzen süßen Gels.

Auf der Nordseite vom Jaufenpass ist die Sicht gut. Kaum bin ich auf der anderen Seite, steht eine Nebel bzw. Wolkenwand vor mir. Wieder gut einpacken und abwärts. Benny zieht in der Abfahrt davon. Nach der Hälfte der Abfahrt kann man wieder mehr als 10 Meter weit sehen.

Auf in den letzten und längsten Anstieg. 30 Kilometer mit 1800 Höhenmetern stehen bevor. Gefühlt sind die Beine schon ganz schön leer. Trotzdem überhole ich noch paar Radfahrer. In der flachen Mittelpassage sind es nochmal mehr. Nur muss ich in Schönau nochmal austretten. Nicht so schlimm, da sich die Zeit bis zum Ziel jetzt hoch rechnen lässt. Es wird keine 8er Zeit mehr werden und zur 10 hab ich noch Luft. Wie ich wieder raus komme, hat es tatsächlich aufgemacht. Davor war noch leichter Niesel. Bei teils blauem Himmel kann man die Kulisse deutlich besser genießen und vergisst zwischenzeitlich, dass die Füße immer noch kalt sind. Man erkennt schön wo es gestern geschneit hat.

Am Passschild vom Timmelsjoch freue ich mich bereits, es geschaft zu haben. Der Schnee, welcher gestern morgen hier war ist bereits abgetaut. Jetzt nur noch sicher abfahren. Ja es kommt noch ein 200 Hm Gegenanstieg, aber der lässt sich auch noch weg drücken.

An der Mautstation wird meine Freude noch größer. Trotzdem sind es bis Sölden noch einige Kilometer. Nachdem diese überwiegend Berg ab sind, vergehen sie sehr schnell. Auf die letzten Kilometer bekomme ich sogar nochmal etwas Power für einen Schlusssprint. Geschaft. Ich habe den Traum gelebt und mit 9:41 Stunden den Ötztaler Radmarathon gefinist. Mein Ziel unter 10 Stunden zu bleiben ist damit erfüllt.

Benny hat im Ziel auf mich gewartet. Gemeinsam haben wir unsere Trikots abgeholt. Nach kurzem duschen sind wir nochmal zur Freizeitarena zur Pasta Party. Dort haben wir nochmal welche von Rennradl München getroffen. Für die Siegerehrung sind wir nicht mehr geblieben. Der Tag war auch so schon lang genug.

Danke an alle Zuschauer am Wegesrand fürs anfeuern. Das hat richtig Motiviert. Für mich ist jetzt erst mal regeneration angesagt. Nachdem aktuell nichts mehr geplant ist für dieses Jahr, kann es sein, dass ihr erst nächstes Jahr hier was neues zu lesen bekommt. Die Radsaison ist aber keineswegs bereits zu Ende. Mir fehlen noch 312 Kilometer um die 10000 voll zu machen 😉

Hier noch die Strecke in deutlich schnellerer Form: https://www.relive.cc/view/1814819778

Freiburg-Nizza Tag 8 / Die Seealpen

Als gemütlichen Abschluss haben wir noch die Seealpen mit genommen. Es gab mehrere kleine Pässe. Manche davon hatten nicht mal ein Passschild. Die Gegend war deutlich grüner als die letzten Tage. Das liegt natürlich auch daran, dass wir maximal auf 1439 Meter über Normalnull sind.

Nach der Mittagspause gibt es zwar noch zwei Cols, aber alle zieht es ans Meer. Dadurch gab es am Nachmittag deutlich weniger Bilder.

Hier noch die letzten Kilometer zum Nachfliegen: https://www.relive.cc/view/1796786347

Es war eine sehr schöne Reise. Wenn möglich werde ich wieder in die Gegend der 2000er Pässe fahren. Dort gibt es noch einige Pässe, welche ich noch nicht mit dem Rennrad befahren habe. Noch dazu hat jeder Pass zwei Seiten.

Jetzt kommt nach etwas Erholung nächste Woche erst mal der Ötztaler Radmarathon. Davon habe ich definitiv vor zu berichten. Im Nachgang kann mit der Planung für nächstes Jahr begonnen werden.

Freiburg-Nizza Tag 7 / Monumente der Hochprovence

So viel lässt sich über den heutigen Tag gar nicht berichten, außer dass es wieder ein genialer Tag war.

Auf den Col de Vars starten wir in umgekehrter Reihenfolge der Gruppen. Schön ist daran, dass sich die Gruppen kurzzeitig mischen.

Oben am Col gibt es ein Gruppenfoto mit fast allen Teilnehmern.

Der Anstieg zum Col de la Cayolle beginnt mit einer Schlucht.

Zu unserem Glück ist der Pass eher unbekannt und dadurch kaum befahren. So bleibt mehr Raum die Velosophie in vollen Zügen zu genießen. Das Zirpen der Grillen, das Rauschen des Bachs, das Surren der Kette. Hin und wieder das Klacken einer Schaltung. Dazu noch umgeben von tollen Panorama bei Sonnenschein. Was will man mehr?

Tatsächlich schaffe ich es diesmal mit dem Schweizer Trio bis ganz oben zu fahren, was ein weiteres Highlight ist.

In der Abfahrt geht es auch wieder durch eine Schlucht. Diesmal aus rotem Stein, was mich an meine USA Tour durch Canyonland in Utah erinnert. Nur geht es hier deutlich enger zu mit mehr Tunnels.

Die letzten 45 Kilometer werden mit dem Glacier Express der Gruppe 1 in einer knappen Stunde zurück gelegt. Das ging nur durch die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten.

Hier die Strecke im Rückblick: https://www.relive.cc/view/1794353939

Freiburg-Nizza Tag 6 / Monumente der Dauphiné

Wenn man nicht mehr weis, welcher Wochentag ist, dann ist es ein guter Urlaub 😉 Bei mir ist es schon die letzten Tage so. Nur das Zählen der Etappen funktioniert.

Heute gibt es zwei Hügel mit vier Pässen.

Ohne richtige Aufwärmphase geht es gleich in den Anstieg. Vor genommen habe ich mir den Anstieg zum Col du Galibier gemütlich zu fahren. Die ersten Kilometer funktioniert das super. Doch mein Vorsatz hält nicht lange. Ich überhole eine junge EBikerin. Doch es dauert nicht lange, bis sie mich wieder überholt. Das gleiche Spiel passiert erneut. Also versuche ich auf einem kurzen flacheren Stück mir mehr Vorsprung heraus zu fahren. Ich wäge mich in Sicherheit, da ich sie nicht mehr sehe. Gemütlich mache ich Fotos.

Es ist immer wieder nett zu sehen, wenn sich Radfahrer hintereinander die Berge hinauf ziehen.

Da kommt doch nochmal die EBikerin. Ich versuche erneut durch einen Zwischensprint einen Abstand heraus zu fahren. Ein weiteres kurzes Aufbäumen meiner Seits, doch auf Dauer kann ich die Leistung nicht halten.

Hier ein kleines Suchbild 😉

Der aufmerksame Leser wird sich sicher fragen, wie vier Pässe bei zwei Anstiegen funktionieren soll. Es gibt mehrere Möglichkeiten. In dem Fall geht die Abfahrt vom Galibier auf den Col du Lautaret hinunter, welcher immer noch auf über 2000 Meter Höhe ist.

Pause muss auch mal sein.

Nach der Mittagspause in La Salle-les-Alpes geht es noch kurz Berg ab, bis es in den zweiten Anstieg des Tages geht.

Die gesamte Auffahrt über gibt es einen markierten Fahrradstreifen.

Die Landschaft ist so beeindruckend und es ist nur wenig Verkehr, dass ich nahezu den kompletten Anstieg mit einem grinsen im Gesicht zurück lege.

Um nicht zu früh am Hotel zu sein, legen wir noch einen Stop bei einer kleinen Bäckerei ein.

Der Col de L’Ange Gardien fliegt in der restlichen Abfahrt mit vorbei, dass es kein Foto davon gibt.

Die letzten Etappenkilometer durch die Guil Schlucht machen den ohnehin schon sehr schönen Tag noch besser.

Vom Pool gibt es diesmal keine Bilder. Auch hat sich dann die Sonne hinter den Wolken versteckt.

Fürs nachfahren: https://www.relive.cc/view/1792087255

Freiburg-Nizza Tag 5 / Col de la Madeleine und Kehren

Heute stehen zwei richtige Pässe auf dem Programm. Der Col de la Madeleine (1993 m) und der Col du Télégraphe (1570 m).

Nachdem für Nachmittag Gewitter angesagt sind, starten wir früher. Um 8:30 Uhr beginnen wir mit 18 Kilometer warm rollen, bevor es in den 26 Kilometer langen und 1600 Meter hohen Anstieg geht.

Am Pass oben war bereits unser Mittagsbuffet aufgebaut, welches wir gleich plünderten. Mit Montblanc Panorama im Hintergrund schmeckt es gleich doppelt gut.

Die 20 Kilometer lange Abfahrt ist der Ausgleich für die lange Auffahrt.

Aus dem Maurienne-Tal machen wir einen kleinen sehr fahrenswerten Schlenker über die Lacets de Montvernier. Es handelt sich um 18 wunderschöne Kehren welche eine angenehme Abwechslung zum Tal geben.

Zurück im Tal geht es entlang einer großen Hauptstraße bis Saint-Michel-de-Maurienne.

Nach einer Cola Pause geht es in den Anstieg zum Col du Télégraphe. Ab hier sind wir auf dem identischen Weg von der Tour Monaco-Monaco welche ich gemeinsam mit meinem Papa 2009 unternommen habe. Damals waren wir mit dem Tourenrad und Gepäcktaschen unterwegs.

Auch befahren wir jetzt ein Teilstück der Route des Grandes Alpes.

Ein sehr schönes Detail an der Auffahrt sind die extra für Radfahrer platzierten Mülltonnen um den Müll während der Fahrt zu entsorgen.

Nach dem Col geht es nur noch 5 Kilometer bis Valloire, welches unser Ziel für heute ist.

Ein erneut sehr schöner Tag auf dem Rad und wieder vom Regen verschont geblieben.

Hier im Schnelldurchlauf: https://www.relive.cc/view/1789851992

Freiburg-Nizza Tag 4 / Die zwei Seen

Gestern sind wir wie bereits erwähnt noch etwas länger sitzen geblieben. Lustiger Weise hatten wir die Zimmernummer 303. Gleich bin ich auf dieses Lied gekommen: Alles auf die 303

Unser Guide und unser Shuttle Service mussten heute morgen erst mal zur Polizei, nachdem gestern dort keine Anzeige mehr aufgegeben werden konnte. Somit war der Plan für Gruppe 1 erst später zu starten, wenn alles auf der Polizei geklärt ist.

Nachdem es sich “nur” um ein “Standard” Vorgang handelt kommen wir zeitiger los als geplant.

Nach drei Kilometern geht es in den Berg. Anstiege werden ab einem gewissen Punkt frei gegeben mit einem definierten Zielort, welcher meistens das Passschild ist. Ich wage einen ausriss Versuch. Ein paar Kilometer halte ich durch bis ich vom Schweizer Trio gestellt werde. Ich muss reißen lassen. Für einen sehr schönen Aussichtspunkt auf den Genfersee bleibe ich stehen.

Benny schließt zu mir auf und wir kurbeln in Malle – Manier gemeinsam bis oben. Wir treffen Gruppe 3 welche uns informiert, dass das Trio schon durch ist. Also fahren wir auch weiter. Es ist von oben ein Restaurant ersichtlich. Vermutlich sind sie dort. Man kommt nicht direkt zu dem Kaffee. Somit werden sie dort keinen Halt gemacht haben. Wir warten kurz. Aus unserer Gruppe kommen noch zwei dazu. Allerdings fehlen auch noch zwei. Von Gruppe 3 bekomme ich die Info, dass oben ein Passschild gewesen ist. Wir teilen uns auf. Ich fahre zurück und die anderen fahren weiter zur nächsten Anhöhe. Von weitem sehe ich schon unseren Schlusstrupp. Nur fahren sie auch zurück zum Pass. Oben schaffe ich es sie einzuholen. Dadurch bekomme ich doch noch die Chance auf ein weiteres Passbild.

Gemeinsam haben wir alle anderen unserer Gruppe am nächsten Pass gefunden.

In der Abfahrt gibt es nochmal einen schönen Aussichtspunkt. Dort sollte bei guten Bedingungen der Mont Blanc zu sehen sein.

In Annecy sind wir bei einem Bäcker eingekehrt. Dort gab es hervorragende Quiche und Tartiflette. Die letzten Tage gab es immer Buffet von unserem Shuttlebus organisiert. Damit die den Schreck von gestern verdauen können, wurde beschlossen, dass wir uns heute selbst versorgen, was durchaus gut funktioniert hat.

Nach dem Essen geht es an den Lac d’Annecy.

In Sichtweite zum See Schrauben wir uns hinauf zum Col de la Forclaz. Unten raus kann ich mit dem Schweizer Trio noch mit halten, doch als die Steigung anzieht muss ich sie erneut ziehen lassen. Sie haben einfach bessere Trainingsbedingungen 😉

Oben werden wir mit einer Hammer Aussicht belohnt.

Der letzte Berg ist mehr wie ein lang gezogener Hügel. Die Steigung zum Col de Tamié ist verglichen zum Anstieg davor eher flach und lässt sich zügig fahren.

Oben treffen wir Gruppe 2.

Die letzte Abfahrt und die Strecke zum Hotel bewältigen wir gemeinsam.

Nachdem noch etwas Zeit bis zum Abendessen ist nutzen viele von uns den Pool. Bei Temperaturen von 30 Grad ist das verständlich 🙂

Gegen Abend zieht eine Gewitter/Regenfront auf. Nachdem wir bereits im Hotel sind ist das kein Problem. Hoffen wir mal, dass sich die Wolken alle über Nacht ab regnen und morgen wieder schönes Wetter ist.

Hier die Strecke zum nach erleben: https://www.relive.cc/view/1787455922

Freiburg-Nizza Tag 3 / Zum Genfersee

Die Tour in kurz abgeflogen: https://www.relive.cc/view/1785530548

Nachdem die Mittagspause für heute auf der B Variante erst nach zwei Drittel der Strecke geplant ist, starten wir schon eine halbe Stunde früher. Von den Temperaturen macht sich das durchaus bemerkbar.

Los geht es mit etwas Sightseeing durch unseren Etappenort.

Außerhalb des Ortes stoßen wir noch auf Nebel. Meine Brille beschlägt sogar.

Bei gerade mal 11 Grad ist es richtig frisch. Doch die Sonne schafft es sich dann dauerhaft durchzusetzen.

Die Temperatur steigt stetig an. Ebenso geht es in den ersten Anstieg.

Das Passschild ist ausnahmsweise etwas anders gestaltet. Passt dadurch aber besser in die Landschaft.

Und der zweite Pass folgt kurz darauf.

Am Lac de Jaux gibt es einen kurzen Fotostop.

Es folgt ein leicht welliges Stück entlang dem See, bevor es zum nächsten Pass geht.

Am Pass oben gibt es eine Möglichkeit unsere Flaschen aufzufüllen. In der Zeit kommen schon die zwei schnellsten von Gruppe 2. Einen davon kassieren wir gleich ein, damit wir eine gerade Anzahl werden. Für Zweierreihe fahren ist das besser.

Bis zur Mittagspause passiert nicht viel. Nur hätten wir diese fast verpasst, da sich das Shuttle Auto gut versteckt hin gestellt hat. Grund dafür war einen Schattenplatz zu finden.

Nach der Pause waren nur noch 400 Höhenmeter zu absolvieren. Der Anstieg war sehr moderat, dass diese schnell verflogen sind.

Ab der Hälfte der Abfahrt wurde es anstrengend. Nicht vom Rad fahren, sondern von der Strecke. Erst einige Baustellen und dann durch Genf mit viel Verkehr. Ob bei der Streckenplanung berücksichtigt wurde, dass wir bei der UNO vorbei fahren, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall ist es durchaus gut gewesen die Route so zu legen.

Einige aus unserer Gruppe wollten noch zum Baden in den Genfersee. Das ist gar nicht so einfach. Einige Kilometer entlang der Promenade haben wir Ausschau gehalten, doch keinen perfekten Platz gefunden.

Kurzerhand haben wir uns aufgeteilt und ich bin mit zurück ins Hotel.

Dort gab es etwas Chaos mit dem Gepäck und dem Check-In. Doch das viel gravierendere war, dass unser Shuttle Auto ausgeraubt wurde. Ein vermeintlicher Passant machte auf einen kaputten Reifen aufmerksam. Während das kontrolliert wurde, wurde die Fahrerkabine ausgeräumt.

Dieser Vorfall brachte mehreres durcheinander. Noch dazu waren wir nach dem sehr guten Abendessen noch gemütlich in einer Bar. Deshalb folgt dieser Blogeintrag etwas verspätet.

Freiburg-Nizza Tag 2 / Der wilde Jura

Gestern Abend haben Benny und ich noch etwas Kultur in Belfort gemacht. Nach dem Essen sind wir erst mal in die Stadt.

Früher war hier eine riesige Festungsanlage, welche noch zu Teilen besteht.

Wir hatten bereits von anderen Teilnehmer gehört, dass oben auf der Burg ein Festival ist und es schwierig sein könnte hin zu kommen. Trotzdem haben wir es versucht. Es hat sich gelohnt.

Im Burghof gab es Musik und die Einheimischen sind in alten Militär Uniformen herum gelaufen. Bei einem Bier haben wir noch ein wenig die Atmosphäre genossen.

Zwei vor 9 Uhr waren alle Startklar und es ging los Richtung Jura. Nach 25 Kilometern verließen wir kurzzeitig Frankreich und wechselten in die Schweiz. Flussaufwärts ging es, trotz leichter Wellen, flott zum ersten Anstieg.

Die 400 Höhenmeter zum Col de Montvoie ließen sich gut fahren. Für Platz 4, 5 und 6 bauten wir einen spontanen Bergsprint auf den letzten Metern ein.

Mit einer einfachen Schranke gekennzeichnet wechseln wir zurück nach Frankreich.

Rasant geht die Abfahrt 12 Kilometer ab in ein schönes Tal.

Nach weiteren 20 Kilometern wartet die Verpflegung.

Bis Kilometer 105 folgen wir erneut einem Tal.

Danach folgt der zweite Anstieg. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen richtigen Pass. Somit gibt es auch kein Passbild vom Passschild.

Im Anstieg halten wir in Gruppe 1 Manier zu einer Kaffee/ Cola Pause. Kurz bevor wir aufbrechen, schießt ein Teil von Gruppe 2 vorbei.

Ziel ist ganz klar sie wieder einzuholen. Bei dem Vorhaben fällt unsere Gruppe etwas auseinander. Auch war der Vorsprung etwas zu groß. Somit treffen wir uns alle am höchsten Punkt.

Sechs von Gruppe zwei wechseln für die letzten Kilometer noch in unsere Gruppe. Das Gruppe 1 aus 12 Personen besteht ist eher selten der Fall.

In Pontarlier gibt es einen Kilometer vor unserem Hotel noch einen Einkehrschwung um die Zeit bis zum Abendessen etwas zu überbrücken.

Hier nochmal die Strecke:

https://www.relive.cc/view/1783264072

PS: Die 38% Steigung, welche vorher angekündigt waren, haben wir nicht gefunden 😉

Freiburg-Nizza Tag 1

Für mich stand schon letztes Jahr im September fest, dass ich dieses Jahr wieder normal Rad fahren kann. Deshalb hab ich da schon die Quäldich Tour Freiburg – Nizza gebucht. Die Tour hat mich gleich angesprochen, da die Route entlang der “Route des Grandes Alpes” führt. Ein Teil davon bin ich bereits 2009 mit meinem Papa auf dem Tourenrad gefahren. Jetzt wollte ich die Pässe nochmal mit dem Rennrad fahren.

Bis letzten Donnerstag war ich noch der festen Meinung, dass wir diese Route fahren. Ich wurde aber eines besseren belehrt. Quäldich bietet die Klassiker Tour jedes Jahr an, nur die Strecke wird leicht variiert wo es möglich ist. Wir lassen das Dach der Europäischen Pässe weg und kommen erst danach auf die Strecke von der damaligen Tour Monaco di Bavaria- Monaco. Der Col de I’Iseran mit dem Rennrad ist dadurch nur aufgeschoben 😉

Die Anreise war bereits gestern. Auch ging es bereits gestern Abend mit einer kurzen Einführungsveranstaltung los. War auch gut so, weil die über 4 Stunden Autofahrt hätte ich nicht erst heute haben wollen.

Für 9 Uhr ist immer der Start angesetzt. Das klappt auch gut.

Wir starten Gruppen weise. Es gibt eine Aufteilung nach Geschwindigkeit. Die erste Gruppe besteht aus den schnellsten Fahren, die zweite aus den nicht ganz so schnellen und die dritte Gruppe aus den Genuss Fahrern. In dieser Reihenfolge wird gestartet.

Flach geht es los. Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Rhein und wechseln nach Frankreich. Allerdings fällt mir kein richtiges Grenzschild auf.

Hier ist dann Erkennbar, dass wir in Frankreich sind.

Wenn man schnell liest könnte es da auch nach Blödelsheim gehen. Wir biegen aber in die andere Richtung ab.

In Elsass kommen wir durch mehrere kleine nette Orte.

Nach 70 Kilometern erreichen wir die Mittagspause. Nachdem die Strecke kaum Höhenmetern hatte sind wir etwas zu früh da und müssen warten bis das Buffet aufgebaut ist. Macht aber überhaupt nichts. Zum einen hätten wir nicht so schnell fahren müssen und zum anderen haben wir Urlaub 🙂

Nach dem Essen geht es gleich Berg auf. Der Col du Hundsrueck ist vergleichbar mit dem Kesselberg. Die Anfahrt von 70 Kilometern hat eine identische Länge wie München-Kochl. Somit hat das Streckenprofil einige Bekannte.

Hier soll der legendäre Satz “Quäl dich, du Sau!” gefallen sein.

Der nächste Berg ist der Ballon d’Alsace. In der Auffahrt überholen wir einzelne Fahrer aus Gruppe 2. Das kam zustande durch eine Kaffeepause von unserer Seite.

Oben am Pass verweilen wir nicht ganz so lange und sind somit wieder vor Gruppe 2.

Nachdem wir bereits um 15:30 in Belfort unserem Zielort angekommen sind, war unser Weg erst mal in die Innenstadt für Kuchen und Cola.

Resümee für Tag 1: Hammer Tour, coole Gruppe und viel Zeit für Erholung.

Hier noch die Strecke zum https://www.relive.cc/view/1780618183

Vier Länder Gran Fondo

Der Wecker klingelt um 4:20 Uhr. Raus aus den Federn. Über 300 Kilometer stehen heute an. Wenn man Abends nicht in die Dunkelheit kommen möchte, dann muss man entsprechend früh starten.

Treffpunkt Bzw Startpunkt ist Penzberg. Um kurz nach 6 kommen wir tatsächlich los. Etwas später als geplant.

In Garmisch-Partenkirchen müssen wir auf Grund einer Baustelle unsere Route adhoc modifizieren.

Nach 70 Kilometern gibt es die erste Pause mit Cola und süßem Teilchen.

Nachdem wir die Strecke über Mittenwald ins Inntal mit mehreren Varianten kennen, nehmen wir diesmal die Strecke über den Fernpass. Erst habe ich Bedenken bezüglich dem Verkehr. Bin ja schließlich erst selbst mit dem Auto darüber gefahren. Doch dann stellt sich die Strecke als sehr Kurzweilig heraus. Nachdem heute erst Donnerstag ist, hält sich auch der Verkehr in Grenzen.

Kurz nach Imst wechseln wir auf den Radweg nach Landeck. Auf den letzten Metern vor Landeck wird der Radwegbelag ein fester sandiger Untergrund. Direkt danach geht es in die dritte Baustelle des Tages über. Via Umleitung kommen wir zurück auf die Strecke.

In Landeck folgen wir dem Inn weiter Flussaufwärts. Auch hier sind Bauarbeiten. Um nicht viel länger warten zu müssen, drehen wir um und biegen doch auf den Radweg ab, wo wir 500 Meter vorher vorbei gefahren sind.

Zum Punkt Zwölf Uhr Leuten halten wir zum Mittagessen an. Die ersten 140 Kilometer sind geschafft.

Gestärkt geht es in die Schweiz.

Gefühlt ist es hier wärmer als in Österreich. Gleich nach der Grenze geht es mit einer weiteren Baustelle los. Die Ampel ist rot.

Gleich drauf die nächste Baustelle mit der nächsten roten Ampel.

Mit 210 Kilometern auf dem Tacho macht uns die Hitze immer mehr zu schaffen. Die Trinkflaschen werden schnell immer leerer.

Endlich kommt ein lang ersehnter Brunnen. Die Abkühlung tut gut.

Nach Zernez setzt auch noch Gegenwind ein. Es zieht sich Kilometer um Kilometer.

Die Idee war in St. Moritz nochmal Pause zu machen. So lange halten wir aber nicht durch und machen vorher den Stop.

Und nochmal eine Baustelle. Acht alleine nur in der Schweiz. Und alle Ampeln waren rot.

St. Moritz ist echt beeindruckend.

Der meiste Anstieg ist geschafft. Es geht “nur noch” am See entlang. Mit dem starken Gegenwind dauert es trotzdem noch.

Um 19 Uhr haben wir es geschafft und erreichen den Maloja Pass. Jetzt sind es nur noch 60 Kilometer.

Zum Glück geht es Bergab.

Die Abfahrt macht richtig Spaß.

Ich freue mich etwas zu früh wie ich das Wasser sehe. Es handelt sich dabei noch nicht um den Commersee. 10 Kilometer ist es dann endlich soweit. Wir erreichen Colico und damit unser Ziel um 20:30 Uhr mit 320 Kilometer auf der Uhr.

Glücklich und geschafft gibt es nach dem Duschen was zum Essen.

Gemütlich lassen wir den Abend ausklingen.

Beim Kollegen war es Transalp Nummer 50 und bei mir Nummer 25.