Stelvio^3

Nachdem der ursprüngliche Plan, mein Auto zum Gardasee fahren und zurück radeln, mangels sicherer Zusagen keinen Sinn macht, braucht es Alternativen. Hintergrund das Auto am Gardasee zu deponieren, wäre ein möglicher Oneday nächstes Wochenende. Dann hätten wir gleich einen Rücktransport.

Nachdem seit Saisonbeginn eine Stelvio Challenge in meinem Kopf schwirrt, brauche ich nicht allzu lange überlegen. Gesagt getan wird Freitag Abend das Auto bepackt und ich starte Richtung Prad. Für die 250 Kilometer brauche ich angeblich 3,5 Stunden. Kann ich mir nicht ganz vorstellen. Tatsächlich stimmt es. Am Anfang geht es zügig voran, doch dann fängt es an sich zu ziehen. Es ist eine ordentliche kurverei bis ich um 23:45 am Ziel ankomme. Der Campingplatz ist schon zu, also stelle ich mich davor auf den Parkplatz.

Wie meistens, wenn ich im Bus schlafe, werde ich relativ früh wach. Man kann schon von weitem erkennen wo es ungefähr hin geht.

Um 7:30 starte ich. Die ersten Kilometer sind recht einsam, bis ich mehrere Radfahrer aufrolle. Ein Teil hat sogar Startnummer. Bei manchen sieht es nach einer Mehrtagestour aus vom Gepäck her. Auch Licht haben viele dran.

Einen, der etwas zügiger fährt, spreche ich an. Es stellt sich heraus er kommt aus Kempten und es handelt sich um ein Rondoneur Event mit 250 km und 6000 Hm. Der Start war von 4-6 Uhr. Das Erklärt auch die Lichtanlagen. Ein Stück weit fahren wir gemeinsam. So vergehen die 48 Kehren recht zügig.

Ein Apfelstrudel und eine Cola zur Stärkung. Weiter geht es.

Bormio ist mein nächstes Ziel. In der Abfahrt merke ich schon wie der Verkehr zu nimmt. Überwiegend Motorradfahrer. Manche von denen machen auch noch waghalsige Überholmanöver.

Am Ortseingang von Bormio drehe ich wieder um. Die 20 Kilometer und 1400 Höhenmetern welche ich soeben runter gefahren bin, geht es nun wieder hinauf.

Der Verkehr ist immer noch viel. Doch als ich zum zweiten Mal oben ankomme wird das alles noch getopt. Es ist natürlich auch gerade Mittagszeit. Die Straße am Pass ist mit Menschen, Motorrädern, Fahrrädern und Autos gesäumt. Vernünftiges fahren ist aktuell nicht möglich.

Ich kehre erneut beim gleichen Restaurant ein wie schon vor zwei Stunden. Im Nachhinein den Unterschied zu sehen ist Wahnsinn. Ich saß alleine auf der Terrasse. Jetzt ist so ziemlich jeder Tisch belegt.

Spaghetti Bolognese füllen meine Speicher etwas auf.

Auf nach Santa Maria. Die ersten drei Kilometer überlappen sich mit der Strecke nach Bormio, doch dann kommt der Abzweig zum Umbrail. Von dieser Seite sind es keine 10 Höhenmetern welche bewältigt werden müssen.

Die Abfahrt ist vom Verkehr deutlich angenehmer. Nur der Belag ist nicht immer der Beste. Man kann manchmal nicht alles haben.

Es gibt unten wieder eine Kehrtwende.

Auch Bergauf ist diese Seite angenehm zu fahren bei kaum Verkehr. Das Gefühl diese Tour zu schaffen zieht ständig meine Mundwinkel nach oben. Das Dauergrinsen verleitet mich sogar zur Überlegung von Prad noch ein viertes Mal auf das Stelvio zu fahren. Allerdings verwerfe ich den Gedanken bevor ich am Umbrail ankomme.

Zurück auf der gemeinsamen Strecke geht es wieder zu wie am Mittleren Ring. Allerdings ist es an der Passhöhe schon wieder entspannter. Zwar noch nicht so wie in der Früh, aber zur Mittagszeit merklich.

Nachdem auch ziemlich genau 4500 Höhenmetern zusammen gekommen sind, beschließe ich hier ein wenig in der Sonne zu verweilen und Blog zu schreiben.

Von nun an geht es nur noch Berg ab.

Bei 123 Kilometern 4500 Höhenmetern zu sammeln klingt fast nach einer Mtb Strecke, ist es aber nicht. Wenn jemand mal Bedarf hat, dass er diese Tour fahren möchte, dann gerne melden. Mir hat es trotz Verkehr sehr gut gefallen.

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