Was für ein Tag

In Cumberland endet der GAP Trail. Leider! Doch der C&O Trail übernimmt. Der große Unterschied, der GAP verläuft auf einer ehemaligen Bahnstrecke, der C&O auf einem Damm von einem ehemaligen Schiffskanal. Den Unterbau einer Eisenbahn kennt man: Grober Schotter mit Luft dazwischen wo Wasser sehr gut ablaufen kann. Nun die Frage was soll ein Damm machen? Richtig. Er soll das Wasser halten. Wer den gestrigen Tag gelesen hat weiß auch noch, dass mehrere Unwetterfronten durchgezogen sind. 

Gleich auf den ersten Metern finde ich Pfützen mitten auf dem Weg. Dummer Weise ziehe ich nicht sofort meine Überschuhe an. 

Sprich der Trail ist an manchen stellen ausgewaschen oder ausgesetzt und an anderen Stellen mit Wasserlachen besäht. Auch werden es nach wenigen Meilen nur noch zwei Fahrrinnen. Verglichen zu den letzten 3 Tagen ein enormer Rückschritt. Ich muss deutlich aufmerksamer fahren. 

Kurz nach meinem Start lerne ich Jere kennen. Erst fahre ich an ihm vorbei, doch dann Bremse ich mich ein wenig. Die Kraft brauche ich sicher später noch. Gemeinsam halten wir bei einem der Aquädukte. Dieses ist für den Kanal errichtet, dass die Schiffe über den Seitenarm fahren konnten. 


Auch bei der ersten Schleuse machen wir Fotos. Bis jetzt die einzige wo noch ein ordentliches Tor dran ist. Dort treffen wir eine Radlerin von Washington kommend. Sie musste über mehrere Bäume klettern und dabei ihr Gepäck abladen. Sofort schaue ich nach einer Möglichkeit diesen Teil zu umfahren. Werde auch fündig. In Oldtown kann ich auf die Straße. In der Zwischenzeit kommt ein Ehepaar aus unserer Richtung. Zufällig sind es Freunde von Jere. Die Frau und die Radlerin haben sogar noch gemeinsame Bekannte. Wie klein die Welt manchmal ist. Es kommt sogar noch besser. Von mir haben sie paar Meilen vorher schon gehört. Vermutlich von der Gruppe, mit der ich mich vor dem Hotel unterhalten habe. 


Mein Plan sind 85 Meilen, weshalb ich alleine weiter fahre. Kann ja nicht ewig mich unterhalten. Als ich kurz noch mal nachschaue, wo ich vom Trail runter muss, schließt Jere zu mir auf. Fahren gemeinsam bis Oldtown. Zwischenzeitlich holt kurz die Bekannte von Jere auf um uns zu sagen, dass die Bäume entfernt wurden. In Oldtown treffe  ich wieder die Gruppe der letzten Tage. Dachte eigentlich, dass sie hinter mir sind. Doch sie sind so früh gestartet, da heute ihre längste Etappe ist. Jere wartet hier auf seine Frau. Ich breche kurz nach der Gruppe auf. Weiter auf dem Trail. Gerade als ich ein paar einhole liegt auch schon der erste Baum auf dem Weg. Von wegen bereits entfernt. Gemeinsam überqueren wir die ganzen Bäume. An die 10 werden es schon gewesen sein. Dank der Hilfe musste ich nicht einmal abladen. War eine tolle Teamarbeit. 


Vor dem Paw Paw Tunnel gibt es eine kurze Pause fast ein Kilometer lang. Auch hier geht der Kanal durch und an der Seite befindet sich eine sehr ausgesetzte schmale Fahrbahn. Ich fahre ohne direkt vor dem Tunnel stehen zu bleiben sofort hinein. Kann ja schließlich mein Licht vom Lenker aus bedienen. Es kommt keiner nach. Bzw nur sehr langsam. Vermutlich schieben sie ihre Räder. Kann ich gut verstehen. Ich mache weiter. Die schnellen aus der Gruppe werden mich sicher bald einholen. 


Es fällt mir immer schwerer zu treten. Auch schleift etwas am Hinterrad. Und das schon seit einer geraumen Zeit. Bleibe stehen. Es hat sich so viel Matsch, Schlamm und Dreck zwischen Reifen und Schutzblech angesammelt. Beim Rückwerts schieben blockiert das Rad deutlich. Kein Wunder, dass ich mir schwer tue. 

Mit den Eisenhacken vom Expander bekomme ich den Dreck schlussendlich heraus. Alternativ wäre nur Laufrad ausbauen geblieben, was noch mehr Zeit gekostet hätte. In der Zeit passiert mich wieder die Gruppe. Einige hätten mir auch geholfen, nur hatte ich da eh schon die richtige Technik heraus. 

Kurz nach ihnen komme ich in Hancock an. Ihr Ziel haben Sie hier erreicht. Ich muss mich jetzt entscheiden was ich mache. Es ist schon nach 5 Uhr und der nächste große Ort sind 24 Meilen entfernt. Wenn ich dazwischen campen will muss ich hier noch einkaufen. Eigentlich bin ich sch ganz schön geschafft. Während ich überlege kommt jemand vorbei und erzählt mir, dass der Radladen vor dem ich stehe ein Hostel dabei hat. Ich schaue mir das ganze mal an. Für 10 Dollar eine warme Dusche und ein Dach über dem Kopf. Es kommt sehr nahe an Camping heran. Hier bleibe ich für heute. Dann muss ich morgen mehr machen um am Donnerstag Mittag in Washington zu sein. Da findet ein Baseball-Spiel statt. Wird sich morgen zeigen
Jere und seine Frau kommen hier vorbei. Wenn es sich ergibt fahren wir morgen gemeinsam. Und wenn ich mal nach Cleveland komme um mir ein Spiel der Indians anzusehen habe ich schon eine Übernachtungsmöglichkeit und eine Begleitung. Vielleicht kommt er sogar schon am Donnerstag mit ins Stadion. 
 

Ein Gedanke zu „Was für ein Tag“

  1. Hi Brüderchen,
    habe ja schon länger nix mehr von mir hören lassen…
    Das Höhenprofil von Gestern (Bergab bis Washington DC) fand ich echt witzig, müsste ja dann nun fast wie von selbst gehen, einfach Bergab rollen lassen.
    Das Hostel von heute ist schon irgendwie stylisch allerdings wird hier einem wohl beim Schlafen zugeguckt °°
    Hastest Du dann das Zimmer für Dich allein, oder musstest Du teilen?
    Der Eingang von dem Tunnel wo Du rein gefahren bist hat übrigens a bisl was von Moria! Sieht irgendwie imposant aber auch Duster aus… Du kennst Dich aus 😉
    Wegen der Bäume die quer über den Weg liegen, hätteste mal die STIHL vom Papa mitgenommen…, dann hättest die Bäume eine weggesägt und nicht das Fahrrad drüber getragen (solltest Du doch noch von meinem JGA wissen)…
    Good Drive
    Do not forget GO EAST

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.