Heute steht der Mangrt auf dem Plan. Eine Maut pflichtige Sackgasse mit schmaler kurviger Straße. Auch einige unbeleuchtete Tunnels sind enthalten.
Vom Hotel geht es fast direkt in den Anstieg. Die ersten gut 500 Höhenmeter teilt sich der Mangrt die Auffahrt mit dem Passo del Predil, welcher uns später nach Italien bringen wird.
Erst Bewaldet, später gesäumt von schroffem Fels schlängelt sich die Straße schön nach oben. Bei ca 1600 Metern über dem Meeresspiegel tauchen wir in eine Nebel / Wolkendecke ein. Wir kommen nur bis zu einer Schranke knapp einen Kilometer unterhalb des Passes. Auf Grund von Steinschlag Gefahr des darüber befindlichen Steilhangs wurden diese Maßnahmen ergriffen.
Wenige Minuten nach dem erreichen des Wendepunkts fängt es an zu tröpfeln. Das ist ein klares Signal die Abfahrt anzutreten und nach Italien zu wechseln.
Der Predil bedarf nur noch wenige Höhenmeter, diese werden uns nur erschwert durch diverse riskante Manöver von Motorisierten Verkehrsteilnehmern.
Dies wird erst besser ab dem Abzweig zum Sella Nevea, wo wir Michael mit dem Buffet treffen. Nachdem es immer noch leichten Niederschlag hat, fällt die Entscheidung schnell die 300 Höhenmeter zum Altopiano del Montasio weg zu lassen und direkt die Abfahrt zu nehmen.
In Chiusaforte ist es trocken, wie auch schon weite Teile der Abfahrt und es gibt endlich italienischen Kaffee.
Das alte Bahnhofsgebäude wurde zu einem tollen Einkehrstop umfunktioniert, genauso wie die Bahntrasse nun den Alpe-Adria Radweg ebnet.
Die vielen Besucher bringen Zweifel auf, ob der Radweg so eine gute Idee ist, aber die 15 Kilometer sind richtig gut zu fahren und wir müssen nur wenige andere Gruppen oder Einzelradler überholen. Leider müssen wir ihn viel zu schnell wieder verlassen und nach Tolmezzo abbiegen. Hätte ruhig noch länger sein dürfen.
Die leichte Steigung bis Arta Terme geht schnell vorbei durch top Teamleistung.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass wir morgen auch nur so wenig Regen wie heute haben, damit das Projekt Monte Zoncolan starten kann.
Heute musste die Entscheidung für die Variante A oder B gleich zu Anfang fallen. Für Gruppe 1 ist es fast immer die B Variante. Auch Gruppe 2 hat sich dafür entschieden. Alle, die zurecht gesagt haben, dass 1700 Höhenmeter für heute ausreichend sind, haben sich der Gruppe 3 angeschlossen.
Schon in Villach, wie der Name schon sagt, beginnt die Villacher Alpenstraße. Eine Mautpflichtige Sackgasse mit vielen Wanderparkplätzen und Aussichtspunkten. Unsere Startzeit beschert uns auf dem Weg nach oben relativ wenig Verkehr. In unregelmäßigen Abstand sind immer mal wieder 10 Prozent Stücke verbaut.
Ein Kaffee und Cola Stop ist die Belohnung für die ersten 1200 Höhenmeter. Ja, auch Gruppe 1 Macht Kaffeepausen. In der Abfahrt bleiben wir sogar nochmals bei einem der Aussichtspunkte stehen für einen Fotostop. Gruppe 2 welche kurz nach uns vom Hochplateau gestartet ist, wundert sich zurück in Villach wo wir herkommen. Bei unserer Abfahrt gab es eine deutliche Verkehrszunahme, trotzdem gibt es eine klare Empfehlung, wenn man dort in der Gegend ist, mit dem Rad hoch zu fahren.
Ein kurzes Überführungsstück bringt uns zum Anstieg des Wurzenpaß. Dort gibt es paar Stellen wo man schön den Kamm der Villacher Alpenstraße sehen kann. Wirklich beeindruckend zu sehen, wo man kurz vorher war.
Doch viel Zeit fürs schwelgen bleibt nicht. Die 18 Prozent des Wurzenpaß und deutlich mehr Verkehr erfordern volle Aufmerksamkeit. Durch warme Temperaturen ist doppelt schwitzen angesagt.
Kurz nach der Passhöhe passieren wir die Grenze nach Slowenien.
Eine kurze Abfahrt ins Save Tal und dort wenige Kilometer, bringen uns nach Kranjska Gora, wo der Vršič Pass beginnt.
Um ausreichend Kraft für den Anstieg zu haben, wartet Michael bereits auf uns. Gruppe 3 ist bereits schon vor 2 Stunden hier durch gekommen.
Gut gesättigt Reihen wir uns in den Verkehr nach oben ein. Autos aus ganz Europa um uns herum. Der bis jetzt verkehrsreichste Teil der Reise.
Immer wieder zweistellige Steigungsprozente und Kopfsteinpflaster in den Kehren steigern den Härtegrad.
Kaum oben angekommen, meldet sich Gruppe 3 vom Zielort, dass sie bereits bei einem Nachmittags Snack sitzen.
Also machen wir uns in die Serpentinenreiche Abfahrt. Den Flacheren Teil im Soča Tal wechseln wir gut durch, dass wir so im Flow sind und glatt die zwei Markierungen im Track übersehen.
Zum einen eine Brücke über eine Schlucht und den Fluss und das andere wäre eine Badestelle gewesen. Von ersterem hat Gruppe 3 dankenswerterweise zur Verfügung gestellt und baden wollte gerade noch keiner. Glück gehabt und doch nichts verpasst.
Heute ist das Menü mit dem Thema „Berge in Kärnten“ auf dem Programm.
Die Vorspeise wird uns noch vom Salzburger Land präsentiert. Die Anfahrt zum Schönfeldsattel führt uns gemächlich entlang des Feldbach auf eine sehr schöne Hochebene.
Eine kurze Abfahrt bringt uns gleich schon zum Hauptgang. Es gibt die Eisenthalhöhe und Schiestelscharte an Nockalmstraße. Sehr zu empfehlen, da wenig Verkehr aufgrund der Mautstraße herrscht und eine sehr schöne Bergkulisse bietet.
Und als besonderen Nachtisch gibt es Hochprozentiges von der Turracher Höhe. Der 23 Prozenter hat zwar nur 460 Meter Länge, aber 103 Höhenmeter. Schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf den Monte Zonkolan. Allerdings haben wir bis dorthin vorher noch zwei Etappen. Schritt für Schritt bzw. Ein Tag nach dem anderen. In diesem Sinn: Morgen gibt es mehr…
Bereits gestern war die Anreise und ein erstes Kennenlernen, sowie Wiedersehen. Somit stand dem Start um Punkt neun Uhr, samt Glockenleuten nichts im weg.
Los geht es in Altenmarkt im Pongau. Nur ein kleines Stück Richtung Salzburg bringt uns zur Taleinfahrt nach Ramsau am Dachstein. Im Winter soll hier ein Langlauf Eldorado sein.
Die Strecke ist nicht zu stark befahren und landschaftlich schön. Leider versteckt sich der Dachstein hinter Wolken, welche zu Glück über uns keinen Niederschlag bringen. Früher am Tag muss das der Fall gewesen sein, da die Straße noch Nass war.
Mit zügigem Gruppe 1 Tempo geht es die teils leichte, teils stärkere Steigung mit paar Zwischenabfahrten bis zum Ort Ramsau. Von dort geht es runter in das Ennstal, wo Varianta A und B wieder zusammen kommen. Witziger Weise treffen wir dort zeitgleich mit Gruppe 3 ein.
Ein paar Kilometer entlang der Enns bringt uns zum Eingang ins Sölktal.
Lang gezogen steigend mit wenigen Flachpassagen bringt uns immer weiter in das Tal hinein, wo es immer Enger und die Hänge steiler werden. So bleiben für uns auf den letzten 4 Kilometern noch 400 Höhenmeter und paar Kehren um zum Sölkpass zu gelangen.
Oben wartet schon das, nach 80 Kilometern, redlich verdiente Bergbuffet.
Gestärkt geht es in die Abfahrt welche uns eine unerwartete Rollsplitt Einlage bietet. Zum Glück haben alle rechtzeitig reagieren können und haben dieses Hindernis hervorragend gemeistert. Danach ging es mit Rückenwind flott ins Tal.
Nach der bereits geleisteten Strecke auf diese Zeit, hat es der Schwarzenbichl doch noch mal in sich.
Bereits um 14:30 sind wir am Hotel in Tamsweg. Trotz deutlich schlechterer Wettervorhersage sind wir mit Ausnahme von paar Tropfen von oben und paar von unten super durchgekommen und hatten eine echt schöne Landschaft um uns herum. Was will man mehr?
Am Samstag sind wir bei gutem Wetter und mit Sicht auf den Mont Ventoux angereist. Danach hat er sich in und hinter Wolken versteckt. Der Wetterbericht wechselte immer wieder seine Meinung. Meistens war dann das Wetter doch besser wie angesagt, aber so richtig konnte man sich nicht darauf verlassen.
Der Regen konnte uns nicht aufhalten und wer hätte gedacht, dass es der Wind mit seinen extremen Böen schafft.
Nur für Freitag war konstant Sonne angekündigt.
Freitag Morgen:
Schon am Weg zum Frühstück zeigt sich der weiße Riese in der Ferne bei wolkenlosem blauen Himmel.
Rund 20 Kilometer trennen uns von Bédoin, dem Startpunkt für den Anstieg zum Mont Ventoux. Diese Auffahrt wird am häufigsten bei der Tour de France gefahren. Die Anfahrtskilometer sind schnell erledigt und es geht in den Anstieg. Jeder fährt sein Tempo.
Mir bereitet es sehr viel Freude diesen Anstieg bei Sonne hoch fahren zu dürfen.
Endlich findet sich auch die Zeit für einen Daily Rupert.
Es sind sehr viele Radfahrer unterwegs. Auch als eine Schranke die Weiterfahrt versperrt, kommen einige schon von oben runter. Also kurz absteigen und die Schranke überwinden um weiter nach oben zu kommen. An einer Stelle liegt noch etwas Schnee auf der Straße. Da hat das Räumfahrzeug noch nicht vollständig alles weg geschoben. Ein kurzes Stück muss ich schieben, aber das hält sich im Rahmen.
Nur ganz oben liegt noch etwas Schnee und erschwert die letzen Meter der Auffahrt. Das Passschild ist erreicht.
Ein Teil unserer Gruppe ist schon da und wir machen die ersten gemeinsamen Fotos. Nachdem es doch noch sehr frisch ist, schicke ich sie schon mal runter. Doch auf den ersten Metern der Abfahrt kommt ihnen der letzte Fahrer unserer Gruppe entgegen und so drehen Sie nochmal für ein vollständiges Gruppenfoto um.
Die Abfahrt geht bis nach Sault, wo wir bei Pasta in der Sonne schön aufwärmen lassen.
Nachdem noch Zeit für eine extra Schleife ist, machen wir uns auf eine zusätzliche Runde welche auf der Etappe 2B gefahren worden wäre.
Die Rund führt über Aurel in ein Tal nach Montbrun-les-Bains, von wo aus wir uns erneut in einen Anstieg begeben zum Pass des Toten Mannes. Eine lohnenswerte Schleife welche eine super Ergänzung war.
Erneut zurück in Sault geht es über die Gorges de la Nesque zurück zum Hotel. Diese Anpassung der ursprünglich geplanten Strecke bringt uns ein weiteres Highlight dieser Region nahe.
Diese letzte Tour hat für die letzten Tage nochmal entschädigt und so wird die Reise vermutlich doch als sonnige Provence in Erinnerung bleiben.
Trotz diversen Pannen (15x Platten) und Wetterschwankungen war die Stimmung immer gut und ausgelassen. Danke an alle Teilnehmer, dem Hotel, dem Restaurant und unserem Team für eine tolle Woche und einen wunderschönen gemeinsamen Radurlaub.
Heute Morgen ist es trocken. Der Wind hat die Straßen trocken geblasen und somit steht der Runde nichts im Weg. Die Umrundung des Mont Ventoux steht an.
Weit kommen wir nicht, denn es kommt direkt nach dem Start, noch nicht einemal vom Hotel Parkplatz runter der Ruf, dass wir einen Defekt haben.
Das Schaltwerk ist abgerissen an einem Leihrad.
Jemand anderes fährt heute nicht und hat die passende gleiche Größe und verleiht netter Weise sein Rad.
Eine Viertelstunde später kommt der zweite Versuch.
Nach 3 Kilometern halten wir nochmal am Ortsrand für eine kurze Besprechung. Es ist so extrem böig, dass die Hälfte der Gruppe umdreht und zum Hotel zurück fährt. Wir übrigen drei versuchen es weiter zu fahren. Doch nach 10 Kilometern drehen auch wir um. Es ist einfach viel zu gefährlich bei diesem Wind weiter zu fahren.
Auf dem Rückweg trägt mich der Wind in einer Kurve von hinten schiebend direkt in den Gegenverkehr. Zum Glück ist zu diesem Zeitpunkt keine Auto oder LKW entgegen gekommen. Dieses und ähnliche
Manöver bestätigen die Entscheidung umzudrehen.
Nur ein Schlenker zum Denkmal des Erfinders der Gangschaltung lässt uns mehr Meter wie Notwendig machen. Dank Paul de Vivie macht Rad fahren einfach mehr Spaß.
Zurück im Hotel stellt sich heraus, dass es den anderen Gruppen ähnlich ergangen ist.
Doch das alternativ Programm steht. Mit einer Yoga Einheit und Technik Kunde in Luc’s Fahrrad Werkstatt ist der Tag gefüllt.
Es bleiben nur noch drei Touren zwischen denen wir aussuchen können. Nachdem der Mont Ventoux bereits für Freitag vorgesehen ist, da wir dort gute Bedingungen benötigen, bleiben nur noch zwei zur Auswahl. Beides sind eher längere Touren und passen irgendwie nicht zum Wetterbericht. Auch wenn wir die letzten Tage bereits die Erkenntnis gewonnen haben, dass er sehr häufig dann anders ist, wie die Realität.
Somit planen wir eine alternative Lösung. Der Regen animiert sehr viele zu einem Ruhetag. Am Ende stehen 10 Radfahrer am Start. 5 von Gruppe 1 und 5 von Gruppe 2 und 3. Damit liegt nahe, diese zu einer Gruppe 2,5 zusammen zu fassen und gleich große Gruppen zu haben.
Der Guide (Anm. d. Red.: ich) von Gruppe 1 hält sich gleich mal nicht an den Track und somit gibt es gleich auf den ersten Kilometern die Situation, dass wir Gruppe 2,5 überholen müssen. Unser Plan, uns bei denen in den Windschatten zu hängen, geht leider nicht auf.
Nach ein paar schlecht Asphaltierten Feldwegen geht es in den Anstieg zum Lac du Paty, bevor es erneut nach Malaucène geht. Ich hätte nicht gedacht, dass wir da so schnell nochmal vorbei kommen, aber wir sind ja auch nicht für das Wetter verantwortlich.
Genau dieses sieht in Richtung der langen alternativ Variante nicht so gut aus und der hellere Himmel in der anderen Richtung lockt. Die anderen Argumente waren, dass wir noch keinen regenerativen Tag hatten und große Teile der längeren Variante bereits gestern gefahren sind. Wer meint, dass sind nur ausreden: Ja, vielleicht. Bleibt aber wenn unter uns.
Der Abzweig in die Weinberge, wirft die Frage auf, ob wir komootet werden. Alternative Routen erfordern alternative Planungsmittel. Und da ist der Outdoor Aktivitäten Routenplaner gerne willkommen, ABER man muss manchmal mit Fragwürdiger Navigation rechnen.
Nachdem an der Straße steht, man darf sie nur bei nicht Regen befahren und dies aktuell der Fall ist, versuchen wir es und dürfen gleich mehrere Fluß Durchfahrten machen. Ganze Vier an der Zahl. Wären wir hier Anfang der Woche unterwegs gewesen, dann wäre es vermutlich ein trockenes Flussbett gewesen. Man braucht für so etwas nicht unbedingt ein Gravelbike geschweige denn ein Mtb, sondern es geht auch mit dem Rennrad.
In Séguret machen wir einen kurzen Bananen und Riegel Stop. Nachdem andere Bedürfnisse auch noch vorhanden waren, war der Plan für diese zeitnah Erleichterung zu schaffen. Manchmal liegt das gute so Nah, dass wir nur 5 Meter weiter fahren mussten und ein sehr unscheinbare öffentliche Toilette fanden. Wenn’s läuft, dann läufts.
Einige Weinberge später ging es auf den ehemals Bahn, jetzt Radhighway und zurück ins Hotel.
Regen hatten wir erneut nur zum Ende hin.
Da am Nachmittag noch gut Zeit war, fand sich eine Gruppe für Sightseeing in Avignon.
PS. Anscheinend ist das hier in der Gegend so üblich nur halbe oder gar keine Brücken zu bauen.
Wenn die Prognose sagt, dass es am Vormittag trocken ist und dann regnen soll, dann plant man eher eine kürzere Runde. Zufällig passt die vorgeplante dritte Etappe auch zu Tag 3.
somit stehen 65 Kilometer und 800 Höhenmeter auf dem Programm. Eine mögliche Variante enthält zusätzlich ab Malaucène nochmal 26 Km und weitere 500 Hm bereit.
Um sicher trocken durch zu kommen, ist der Start schon um 8:30 Uhr. Doch weit kommen wir nicht. Der erste Defekt ist nicht mal einen Kilometer nach dem Hotel. Symptome sind diesmal anders zu gestern. Schaltung defekt. Eine elektrische Sram hat zum Glück ja nicht nur eine Energiequelle, sondern gleich vier. Zwei Akkus für Umwerfer und Schaltwerk und zwei Knopfzellen für die Schalthebel. Wo liegt nun das Problem. Zum Glück lassen sich die Akkus durch tauschen, aber daran lag es nicht. Auch die Statusanzeige über den Radcomputer zeigte für beides volle Akkus an. Beim linken Schalthebel tat sich was und beim Rechten nicht. Nachdem so etwas hin und wieder vorkommen kann, war zum Glück vorgesorgt und wir konnten die Ursache beheben. Zwischenzeitlich waren natürlich Gruppe 2 und 3 an uns vorbei gefahren.
Bis Bédoin können wir schön in zweier Reihe fahren, sogar mit regelmäßigen Wechseln. Das Rotationstraining von gestern spät Nachmittag bei Luc hat Früchte getragen. In dieser Fahrweise hatten wir Gruppe 3 ein und überholt.
In Bédoin war am letzten Kreisverkehr ein man mit Kamera in der Hand. Der Windschutz am Mikrofon sagte ARD. Gleich schaute ich mich weiter um und erkannte einen Radfahrer mit sehr markantem Bart. Es war kein anderer als Simon Geschke.
Das FlyBy (zufällig aneinander vorbei fahren) musste allerdings ausreichen, da sonst der Rhythmus der Gruppe kaputt gegangen wäre.
Oben am ersten Pass, dem Col de la Madeleine (Achtung: Nicht zu verwechseln mit dem Pass in den Französischen Hochalpen) treffen wir auf Gruppe 2. Diese sind allerdings in der Abfahrt mindestens genauso zügig wie wir, dass wir sie bis Malaucène nicht mehr sehen. Auch dort sehen wir sie nicht, dafür aber eine nette Boulangerie und Pâtisserie.
Nachdem es noch trocken ist, entscheiden wir uns für die Extraschleife und danach bei dem netten Laden einzukehren, nachdem wir dort ja eh nochmal vorbei kommen und es jetzt noch zu früh wäre.
Die Straße nach Veaux hat sehr wenig Verkehr und schlängelt sich durch eine tolle Landschaft. Immer wieder kommt die Sonne durch die Wolken. Nachdem der Wind eher aus Süden kommt, liegt der Verdacht nahe, dass uns der Mont Ventoux die Wolken auf hält und uns die Strecke dadurch noch schöner macht.
Die Runde ist sehr kurzweilig und fast schon zu kurz, aber trotzdem kommt in Entrechaux die Frage auf ob wir nochmal halten wollen, weil da eine Bäckerei ist oder wir doch nochmal an der Bäckerei in Malaucène vorbei kommen. Ja, da kommen wir nochmal vorbei. Und ja, der Plan ist, dass Gruppe 1 dort tatsächlich einkehrt.
Das wir da nochmal vorbei kommen, wird kurzzeitig zum Running Gag oder war es in dem Fall sogar ein Cycling Gag? Egal. Es verkürzt auf jeden Fall die Zeit zu unserer Pause.
Ein kurzer Stop mit vielen leckeren lokalen Köstlichkeiten gibt uns Kraft für die letzten zwei Anstiege. Paar wenige Tropfen beschleunigen uns an der letzten Passmarke nicht zu lange zu verweilen und nach Beaumes-de-Venise abzufahren.
Kurz danach leitet uns der Track auf eine ehemalige Bahnstrecke, welche jetzt als Radweg fungiert. Fast wie der TGV, nur mit einer Komma Verschiebung in der Geschwindigkeit bewegen wir uns zum Hotel. Selbst als nochmal paar mehr Tropfen versuchen uns aufzuhalten, ziehen wir durch und werden dafür belohnt, da bereit 500 Meter weiter schon wieder alles vorbei ist.
Am Hotel angekommen, ist Zeit für ein gemütliches Beisammensein. Nachdem sich auch die Sonne, entgegen des Wetterberichts, zu uns gesellt, gibt es sogar eine mini Yoga Einheit für alle freiwilligen.
Den Weg zum Abendessen hat uns dankenswerterweise der Regenbogen gezeigt.
Wenn man neben dem Wecker noch von Regen geplätscher geweckt wird und man weiß, heute ist eigentlich Urlaub mit Rad fahren. Wie soll das nur zusammen passen?
Ein gemütliches Frühstück mit angeregten Gesprächen lässt den Blick nach draußen vergessen. So kommt auch die Startzeit für Gruppe 1 erst spät. Trotzdem kommen wir um 9:30 los. Gut eingepackt als Lernerfahrung von gestern. Doch bei der Fahrt stellt sich schnell heraus, dass Armlinge und Windweste voll gereicht hätten. Der Regen hat aufgehört und auch von der Straße spritzt nicht viel nach oben. Aber, laut Wetter Prognose soll ja noch Regen kommen.
Im erst Anstieg wird mir in der Regenjacke definitiv zu warm und ich gebe die Fahrt nach oben frei um selbst meine Jacke auszuziehen zu können. Bei 6 Personen lohnt es sich, so etwas einzubauen. Doch alle bleiben schön brav in zweier Reihe. Nachdem ich wieder bei der Gruppe bin ist selbst mein Platz vorne links noch frei. Also zurück ins Glied und schön gleichmäßig mit geschlossener Gruppe zum Col de Murs.
Nach einer kleinen Zwischenabfahrt geht es gleich in den nächsten Anstieg.
Kurz vor dem Col de la Ligne (756 m) gibt es einen Platten. Ein Teil der Gruppe fährt schon zum Pass vor und der andere Teil kümmert sich um den Defekt. Durch den Stopp konnten eine lockere Navigationsgerät Halterung und ein Flaschenhalter auch gleich noch mit fest gezogen werden.
Nach einem Abzweig in einen fast schon Waldweg merke ich wie mein Hinterrad etwas schwammig wird. Der erste Verdacht, vielleicht hat sich nur das Ventil gelockert, haben wir durch aufpumpen gelöst. Im Zweifel muss dann doch der Schlauch getauscht werden.
Nur wenige hundert Meter weiter kommt der nächste mit ähnlichen Problemen. Auch hier versuchen wir es erstmal nur mit Pumpen.
Gute 8 Kilometer später müssen wir am Gravelbike doch den Schlauch tauschen. Während der Standzeit verliert auch mein Rad zu viel Luft, dass wir dort auch gleich noch wechseln. Bei mir war ein Dorn im Mantel gesteckt, bei dem anderen Rad konnten wir keine Einstichstelle finden.
Nachdem das in der Abfahrt passierte war der vordere Teil der Gruppe schon weiter unten. Auch bei denen gab es einen erneuten Platten mit Glas im Mantel. Einer kam zurück um einen Ersatzschlauch und Mantel zu holen.
Nachdem die Guide Ausstattung nur zwei Schläuche und einen Mantel vor sieht, war ich leer vom Ersatzmaterial.
Mittlerweile waren auch Gruppe 2 und 3 vorbei gefahren. Die hatten bereits auch schon einen Platten.
In Roussillon bestellten sie gleich noch Pizza für uns mit. Nur durch Technik Versagen sind wir direkt daran vorbei gefahren und haben sogar noch eine extra Schleife gemacht um an den Standort zu kommen, allerdings zeige dieser an eine andere Stelle.
Gruppe 1 entschied sich weiter zu fahren und wir wollten uns wo anders verpflegen.
Dadurch blieb mehr Pizza für die anderen beiden Gruppen.
Wenn der Wurm drin ist, dann dauert es bis er wieder verschwindet. Nach gut 73 Kilometern hatten wir erneut einen Platten beim Gravelbike. Somit teilten wir uns erneut auf. Die einen sorgten für Nahrung beim Supermarkt und die anderen machten Fingermuskelübungen. Es gibt Felgen / Mantel Kombination, da muss man mit viel Kraft arbeiten.
Nachdem dann alle, entweder mit frischem Schlauch und Luft oder mit Kohlehydraten versorgt waren ging die Fahrt doch schon weiter.
Am Col de Pointu wartete bereits Gruppe 3 auf uns. Im Anschluss an ein gemeinsames Passbild wollten wir noch paar Kilometer miteinander fahren, doch der Abzweig zwischen Variante A in B kam deutlich schneller.
Nachdem es noch nicht geregnet hatte und trocken war, entschieden wir uns den Stich zum Foret des Cèdres noch mit zu nehmen, aber die 20 Kilometer Kammstraße hin und zurück weg zu lassen. Somit ein Plus 1 in der Passjagd mehr, aber mit Blick auf die Uhr eine Vernunftsentscheidung.
Oben angekommen war wenig später auch ein Teil von Gruppe 2 da. Ebenso ein gemeinsames Foto und dann auch eine gemeinsame Rückfahrt zum Hotel.
So zumindest der Plan. Doch bei Kilometer 118 gab es den dritten Platten beim Gravelbike. Also teilten wir die Gruppe erneut und in einer Dreiergruppe richteten wir den Platten während die anderen bereits sich zum Hotel auf machten.
Nach 9 Stunden waren dann alle wieder zurück. Gute 3 Stunden waren davon geprägt Defekte zu beheben. Und alles ohne Regen.
Der Defect-Day (9 Platten) und/oder für manche auch Digitalditox-Day fand einen sehr versöhnlichen Abschluss mit einem Schmutzbier. Der einsetzende Regen erinnerte uns nur daran, dass es auch schon kurz vor dem Abendessen war.
Der Vorteil einer Standort Reise ist ganz klar, dass man die Runden nicht in der Reihenfolge fahren muss wie sie als Vorschlag aufgelistet sind, sondern man kann sich etwas nach dem Wetter richten.
So sind wir heute die E5 (E=Etappe) gefahren.
Wer sich den Wetterbericht für die Region hier angesehen hat, weiß, dass die Prognose für die Woche eher regnerisch ist. So haben wir uns sehr gefreut, dass wir die erste Stunde keinen Regen hatten.
Danach hat er zum Glück nur leicht eingesetzt, aber zwischendurch auch immer wieder pausiert.
Der erste von unseren heutigen zwei Pässen ist der Col du Val d’Enfer (231 m).
Heute zu viert kurbeln wir diesen gemeinsam hoch inklusive der Stichstraße. Von da aus hat man eine gute Sicht auf Les Baux. Bei der Abfahrt dort hin kommen wir an riesigen Höhlenbauten vorbei. Leider ist nicht das passende Wetter um dort Fotos zu machen, geschweige denn diese zu besichtigen. Dass, was im vorbei fahren gesehen werden konnte, sah auf jeden Fall spannend aus.
Um nicht auszukühlen, gab es die Gruppenentscheidung lieber durch zu fahren anstelle irgendwo für einen Kaffee einzukehren.
Somit ging die Fahrt fast nahtlos weiter über ruhige Landstraßen. Vermutlich war auch deswegen so wenig los, da wir an einer Brücke eine Baustelle durchqueren mussten. Nach einer Stadtdurchfahrt in Cavaillon, ging es dann den zweiten Pass hinauf, auf den La Crémade (374 m).
Gestern konnten wir diese Seite schon in der Abfahrt kennen lernen, doch da hatte er noch nicht für die Passjagd gezahlt, da wir eine (noch?) nicht eingetragene Variante als Anfahrt verwendet hatten.
Die letzten Kilometer zum Hotel setzte nochmal richtiger Regen ein. Zum Glück war diese Dusche erst vor der schönen warmen Dusche im Hotel.